Das wird die Arbeit in den Redaktionen der Republik revolutionieren: Mit seiner jüngsten Entwicklung “Typescreen” hat Apple endlich die Brücke schlagen können zwischen Tradition und Moderne, zwischen Konservativen und Progressiven, zwischen Holz(medium)köpfen und Digital Natives – die iPad-Erweiterung “Olympia” ist da!
Dumm nur, dass es sich dabei um einen Aprilscherz handelt… (via @isilayerol)
Nachdem der Stolz der deutschen Marine, die “Gorch Fock“, abrupt vor Argentinien den Anker hat werfen müssen – auch unser Mutterschiff (!) berichtete ausführlich – ist die Zukunft des Segelschulschiffs mehr als fraglich.
Hilfe für eine künftige Verwendung des Dreimasters naht aus der Donaustadt Ulm: Analog zur grünen “Alexander von Humboldt“, die für eine norddeutsche Biermarke die Segel bläht, könnte auch der Gorch Fock eine bundeswehr-ferne, aber goldene Zukunft dräuen – als schippernder Werbeträger der Ulmer Gold-Ochsen-Brauerei.
Die Anfrage dazu ist vorerst im Bundesministerium der Verteidigung verschollen, wird aber spätestens vom nächsten Militär-Minister an die Oberfläche befördert werden.
Bald mit goldenem Segeltuch unterwegs? Das künftige Ex-Schulschiff der Bundesmarine im neuen Gewand (Foto: dpa)
Als jahrzehntelanger (*sigh*) Unix/BSD/Linux-Fan, mehrmonatiger iPad-Benutzer und trotz schwerer Kommandozeilenabhängigkeit begeisterte mich die angekündigten Leistungsdaten und das offene System des WeTab der deutschen Firma Neofonie sehr, da damit der grausame iTunes-Zwang und das Monopol der Firma Apple auf Tablet-Computer zu enden schienen.
Ich habe deshalb das WeTab 16GB/Wifi bereits am 8. Mai 2010 kurz nach der Ankündigung bei Amazon vorbestellt und es am Donnerstag, den 23.9.2010 erhalten. Nach dem Auspacken fiel mir auf, dass neben dem WeTab sowohl eine kleine Stofftasche als auch ein Microfaser-Reinigungstuch mitgeliefert werden. Das machte schon mal einen guten Eindruck, da Touch-Geräte geschützt und regelmässig gereinigt werden müssen. IPad-User kennen dies bereits.
Nach dem Einschalten und der Konfiguration der Wifi-Verbindung hat sich das WeTab selbstständig installliert bzw. aktualisiert. Bis hierher war alles TOP!
Als das Gerät nach ca 20 Minuten mit dem “Ich mach mich nur kurz frisch”-Vorgang fertig war, erkundete ich die Oberfläche und stellte rasch fest, dass das spiegelnde Display extrem blickwinkelabhängig ist. Legt man es auf den Tisch und schaut schräg auf das Display, kann man kaum etwas erkennen. Das sollte bei einem Gerät, das fast 500,- Euro kostet nicht passieren, zumal es Netbooks mit vergleichbarer Technik (Intel N450, 1 GB RAM, 16 GB SSD) schon ab 350,- Euro gibt.
Hier meine Erfahrungen nach 3 Tagen Nutzung
Multimedia-Fähigkeit
Youtube-Videos und MKV-Dateien werden zwar abgespielt, aber HD-Material (720p) ruckelt und wird nicht flüssig wiedergegeben
MP3-Sounddateien werden problemlos (auch im Hintergrund) abgespielt
Das Tagesschau-Video-Widget, das die “Tagesschau in 100 Sekunden” direkt auf der Pinnwand abspielt, macht richtig Laune
Die Mediengalerie (Foto-Viewer/Diashow, Filme) sieht zwar nett aus, stellt aber Videos mit Vorschaubildchen als “corrupt” dar.
Der Banshee-(Musik)-Player (V1.7) funktioniert wie gewohnt
Die WebCam funktioniert, aber was man ausser Standbilder schiessen damit machen kann, ist noch unklar.
Anwendungen
Der installierte Dateimanager (Filebrowser) ist sehr minimalistisch. Man hat nur eine Symbol-, aber keine Listendarstellung und man kann auch keine Dateien/Ordner umbenennen. Ein Midnight-Commander oder Gnome-Nautilus würde die Produktivität deutlich erhöhen.
Multitasking funktioniert wunderbar und man kann sehr schnell zwischen Anwendungen hin- und herschalten.
Die Pinnwand ist nett, wird aber leicht unübersichtlich und überladen
Die meisten “Apps” im WeTab-Market sind nur Lesezeichen, die man auf den Desktop legt und keine “Native Apps”. Echte “News-Apps” für das angekündigte “Medienwunder wie auf dem iPad (z.B. Welt-App oder Flipboard) gibt es derzeit (noch) nicht. Das Neofonie-WeMagazine konnte ich nicht entdecken.
Internet-Surfing ist klasse, auch geflashte” Webseiten funktionieren prima
Claws-Mail funktioniert im Zusammenspiel mit meinem IMAP-Server mit self-signed-X509-Zertifikat überhaupt nicht und stürzt bereits beim Start ab. Wieso gibt’s keinen Thunderbird?
Android-Apps stehen (noch) nicht zur Verfügung. Anscheinend soll Android 2.2 (Froyo) in einer virtualisierten Umgebung noch folgen…
Handling
Multitouch funktioniert (noch) nicht, d.h. ausser tippen und ziehen gibt’s noch keine weiteren Gesten
Angeschlossene USB-Geräte (z.B. Kartenleser mit CF-Karte, USB-Stick, Kamera) werden erkannt und man kann auf die Daten zugreifen
Viele Anwendungen (z.B. Banshee-Musikplayer, OpenOffice) sind nicht für Touch-Screens optimiert, d.h. man muss millimetergenau auf die Schaltflächen/Menüs tippen, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.
Bootzeit aus dem ausgeschalteten Zustand ~25 Sekunden, aus dem Standby < 3 Sekunden
Die RootShell funktioniert wunderbar. Nachdem openssh und rsync per sudo yum install openssh-server rsync auf dem WeTab installiert ist, klappt die Befüllung mit Daten problemlos.
Die Bildschirmtastatur ist schön groß und es gibt sogar einen Slash! (Nein, nicht DER!
Per “yum” kann man weitere Software-Pakete nachladen, die aber nicht auf der Oberfläche/Pinnwand erscheinen. Ich habe die Bildbearbeitung gimp und thunderbird installiert und konnte diese dann über die Kommandozeile starten.
Es gibt keinen Schalter, mit dem ein versehentliches Drehen des Bildschirms verhindern werden kann. Dies führt dazu, dass je nach Haltung das Display einfach wegkippt und man gegensteuern muss. Desweiteren ist die Drehung des Bildschirminhalts beim Kippen/Bewegen des Gerätes nicht so elegant wie beim iPad. Beim WeTab wird der Bildschirm kurz schwarz und erst danach sieht man den gedrehten Bildschirminhalt.
Es gibt keinen Lautstärkeregler am Gerät – that’s really bad!
Das Netzteil hat einen richtigen EIN/AUS-Schalter. Das ist SUPER!
Security
Das WeTab ist NICHT mehrbenutzerfähig (wie das iPad). Da (zumindestes bei meinem Wifi-only-Modell) kein Passwort/PIN für die Nutzung erforderlich ist, kann jeder auf persönliche Daten zugreifen, der das WeTab in den Händen hält. Ich würde dem WeTab deshalb eigentlich keine persönlichen und sensitiven Daten anvertrauen.
Ich habe keine Möglichkeit gefunden, dass Gerät in den Auslieferungszustand zurückzuversetzen.
Ein Portscanner (nmap) hat offene TCP-Ports gefunden: DNS (53), ipp/Printing (631), X-Windows/X11 (6000). Dies sollte auf einem Linux-basierten System nicht sein. Schliesslich gibt’s ja iptables/Netfilter out-of-the-box.
Zur Datensicherheit gehört auch ein Backup-Konzept für die Datensicherung und das Wiederherstellen von Daten. Hier muss man neidvoll anerkennen, dass dies iTunes vorbildlich löst. Beim WeTab muss man selbst dafür Sorge tragen, regelmässig daran denken und auch noch händisch machen, indem man beispielsweise per Filebrowser die Daten auf eine SD-Karte oder eine USB-Platte sichert.
Hardware
Das WeTab 16GB-Wifi ist mit 1005 Gramm deutlich schwerer als mein iPad-32GB-UMTS mit 715 Gramm.
Das Display hat die perfekte Größe (1366×768 Pixel, quasi HD-ready), aber durch die starke Blickwinkelabhängikeit ist es für mich nicht vernünftig nutzbar.
Der verbaute Lüfter läuft häufig, sein (leises) Geräusch empfinde ich nicht als störend.
In meinem WeTab kommt eine SanDisk pSSD S2 16GB zum Einsatz
Batterielaufzeit: vermutlich irgendwas zwischen 3 und 6 Stunden, abhängig vom Nutzungsprofil. Gefühlt waren es ca 4 Stunden.
Das offene Konzept des Gerätes und die Idee finde ich nach wie vor fantastisch, aber es gibt noch so viele offene Punkte und grobe Fehler, die für mich eindeutig zur Abwertung des WeTab führen. Ich werde es deshalb wieder zurückschicken und auf eine bessere Alternative warten. Vielleicht ist das angekündige und Android basierte Samsung Galaxy Tab eine Alternative zum iPad.
Für die angepeilte Zielgruppe “Otto-Normaluser” ist das Gerät meiner Meinung nach derzeit so gut wie nicht brauchbar.
Die Zeitung ist der Mücke Tod... (Foto: Steffen Wolff)
Diese Liste wurde ursprünglich einmal als Antwort an all jene Blogger und unverbesserlichen Rechthaber formuliert, die das analoge Holzmedium längst schon virtuell begraben sahen sehen. Das war im November 2009. Gerade habe ich den Text wieder gefunden und Hah! mittlerweile betreiben wir selbst ein Blog und können den digitalen Besserwissern angemessen antworten.
Die Zeitung soll also keine Zukunft mehr haben? Hat sie sehr wohl doch (wenn auch vielleicht nicht in der Charakteristik, wie sie heutzutage im Briefkasten steckt). Zumindest aber währt ihre Zukunft so lange, wie die Leser noch Neuigkeiten mit Händen greifen und Kindergärtnerinnen noch mit Pappmachee basteln wollen.
Zehn bierernste Gründe, warum die gedruckte Zeitung niemals sterben wird:
Erstens
Weil sich Salatköpfe traditionell noch immer am besten von Schlagzeilen einwickeln lassen.
Zweitens
Es ist die leichteste Art, Nachrichten zu begreifen.
Drittens
Weil es nichts Dienlicheres gibt, um sich beim Sonntagsfrühstück zu verstecken.
Viertens
Aus einem PC oder iPad lassen sich weder Papierhüte noch Schiffchen falten.
Fünftens
Weil man Wichtiges weiterhin Schwarz auf Weiß vor sich sehen will.
Sechstens
Mit was soll man denn sonst Glasscheiben putzen, Öfen anfeuern, Porzellan einwickeln und Vogelkäfige auslegen?
Siebtens
Weil ein Morgen ohne Zeitung so fade ist wie ein Espresso ohne Zucker.
Achtens
Mücken mit der Tastatur zu erschlagen hinterlässt unschöne Macken in der Wand.
Neuntens
Weil das Wort “Zeitung” den Begriff “Zeit” beinhaltet – die Grundvoraussetzung für Genuß.
Zehntens
Haben Sie schon mal versucht, nasse Schuhe mit einem Laptop auszustopfen?!