26. Dezember 2011

Ein paar Gedanken zu Jopie Heesters

Category: Allgemein — Tags: , , , , , – Robert Dönges @ 00:46

“Mööcht ich wärrden hundertdrreissich Jahr!” Na, dafür hat es nicht ganz gereicht. Im Alter von 108 Jahren ist der Schauspieler Johannes “Jopie” Heesters an Heiligabend in einer Klinik am Starnberg entschlafen. Das halbe Berufsleben lang war sein Spruch von den “hundertdrreissich Jahr” ein Running Gag von uns. Damit ist es nun vorbei.

Der alte Running Gag geht nicht mehr. Wenn man das so sagenschreiben darf.

Das Ende war abzusehen. 2003, am Tag nach seinem 100. Geburtstag, hatte der gebürtige Niederländer bei Thomas Gottschalk auf der Couch gesessen und versprochen, fünf Jahre später wieder zu kommen. Tatsächlich war der “Grandseigneur der Operette” im Dezember 2008 erneut zu Gast bei “Wetten, dass..?“. Und wieder versprach er, fünf Jahre später ein weiteres Mal bei Gottschalk zu erscheinen. Doch mit dessen Abgang von “Wetten, dass..?” vor wenigen Wochen war klar, dass Jopie sein Versprechen nicht mehr würde erfüllen können.

Kein Grund mehr also, das Leben weiter zu leben.

Mit Jopies Ende wird auch die Geschichte eines bestimmten, uralten Fotos nie geschrieben werden. Es ist im Besitz eines Bekannten und es zeigt einen jungen Johannes Heesters, damals schon ein berühmter Bühnen- und Leinwand-Star, als Besucher in Blaubeuren. Selbst gesehen habe ich das Privatfoto nie, nur von ihm gehört. Irgendwann einmal wollten wir die Aufnahme ausgraben aus knarzenden Kisten oder vergilbten Alben und für die Zeitung beschreiben, wie das wohl war, damals, 1936, als der Jopie in Ulm reüssierte.

Jetzt ist’s zu spät dafür.

Eine subtile Genugtuung jedoch hat sich der zuletzt blinde Sänger noch gegönnt. Der Schauspieler trat ausgerechnet am 24. Dezember ab, der heuer auf einen Samstag fiel. Damit erschienen die Würdigungen seines langen Lebens ausschließlich in den wenigen, überregionalen Sonntagszeitungen, die (wenn überhaupt) am ersten Weihnachtsfeiertag herauskamen. All die anderen Nachrufe aber, die seit langem vorformuliert und alljährlich penibel aktualisiert in den Schubladen der Redaktionen auf Heesters Ableben warteten, die waren allesamt umsonst geschrieben. Eine kleine, feine Rache an uns Redakteuren, die wir jahrelang Witze um seine Lebenserwartung gerissen haben.

Gut gemacht, Jopie. Tot ziens (Lebewohl).

"Da geh' ich ins Maxim..." Der Grandseigneur, mit Thomas Gottschalk (Foto: dpa)

"Da geh' ich ins Maxim..." Der Grandseigneur, mit Thomas Gottschalk (Foto: dpa)

5. Dezember 2011

Adventskalender

Gefühlte 80 Prozent aller Internet-Dienstleister Deutschlands haben in diesen frühen Dezembertagen alle die gleiche, tolle Idee: Sie wollen ihre Kunden froh und glücklich machen. Auch mich. Zu diesem Zweck haben sie auf ihren Webseiten Adventskalender eingerichtet und erinnern mich nun täglich daran, nicht zu vergessen, eines ihrer virtuellen Türchen zu öffnen. Damit ich ja nichts verpasse von ihren überraschend unglaublichen Angeboten.

Wirklich eine ganz tolle Idee.

So habe ich jeden Morgen die Auswahl zwischen einer extrem günstigen Hotelübernachtung in einer der angesagtesten Metropolen Europas; einem von 24 hochinteressanten, im Preis sehr reduzierten Sportartikeln; einem täglich neuen, unverschämt günstigen Vorsorge-Angebot, um mein persönliches Versicherungsprofil zu vervollständigen. Dazu kommen weitere Offerten wie Einkaufsgutscheine, Fitnesstrainings, Wurstpakete oder Familienjahreskarten fürs städtische Hallenbad.

Dabei habe ich längst einen Adventskalender. Einen traditionellen (analogen). Hinter seinen gefalzten Türen verstecken sich lauter leckere kleine Schokoladenquadrate. Es hätte, so habe ich im Handel gesehen, auch Weihnachtswartezeitverkürzer anderen Inhalts gegeben: Gummibärchen etwa. Oder Lego-Figuren. Oder Schnapspralinen. Oder Bierdosen. Aber, egal: Mein Schoko-Adventskalender war ein Geschenk. Und einem geschenkten Gaul haut man nicht aufs Maul!

Außerdem fahre ich jeden Abend auf dem Weg nach Hause an Ulms allertollstem Adventskalender vorbei. Er steht in der Blaubeurer Straße, vor der Ponte Bordello zum Eselsberg, und hinter jedem seiner Fenster wartet eine andere Überraschung.

Ulms größter Adventskalender in der Blaubeurer Straße

Ulms größter Adventskalender in der Blaubeurer Straße

22. Dezember 2010

Lipdub

Category: Journalismus und Internet — Tags: , , , , , , – Robert Dönges @ 13:45

Es ist kurz vor Weihnachten 2010 und in meiner Timeline häufen sich Links zu diversen Lipdub-Videos. “Lip Dub“? Das war doch die Geschichte, in der die Mitarbeiter einer Firma ihre Lippen synchron zu einem bekannten Musiktitel bewegen, dabei ungelenke Bewegungen ausführen und eventuell Reklameschildchen ins Objektiv halten, derweil die Kamera in einer einzigen Fahrt einmal komplett durch den Betrieb streift. Die meisten dieser Imagefilme werden offenbar zu den Feiertagen produziert und das Internet ist voll von ihnen – teils mehr, teil minder gelungen.

Mein Favorit ist tatsächlich noch immer der gesungene Festtagsgruß (s. unten) der spanischen Fluggesellschaft Vueling aus dem vergangenen Jahr. Klasse Musik, lässige Menschen, gelungene Inszenierung: ein cooles Video. Macht neidisch, irgendwie.

Originalmusik: David Guetta featuring Kelly Rowland“When Love takes over”

8. Dezember 2010

Reizend

Category: Familie und Frauen — Tags: , , – Robert Dönges @ 11:02

Was mann recht ist, darf frau nur billig sein: Hier das versprochene vorweihnachtliche Schmankerl für die Dame von Welt. Es stammt aus der Schmiede eines australischen Unterwäsche- und Bademodenherstellers und wenn man sich die aktuelle Homepage der Firma betrachtet, könnte man auf den Gedanken kommen, dass tatsächlich vor allem Männer angesprochen werden sollen. Wobei auch das Video seine Reize hat.

Falls Ihnen, sehr geehrte Damen, das nicht reicht, böte sich zudem dieses Angebot an:

Kommt ganz ohne Nikolauskostüm: der selbst ernannte Schokokuss

Kommt ganz ohne Nikolauskostüm: der selbst ernannte Schokokuss

Der selbst ernannte Schokokuss hat laut eigener Darstellung bereits im Mutterleib das Tanzen begonnen, bedient den kompletten süddeutschen Raum und damit auch Ihre Weihnachtsfeier, benötigt lediglich einen warmen, sauberen Raum zum Umziehen sowie einen Stuhl mit Rücken-, aber ohne Seitenlehnen und bietet ferner “auf Wunsch nach der eigentlichen Show noch eine Überraschung. Fragen Sie mich danach.”

Damit genug der Werbung. Wir schalten zurück an die angeschlossenen Arbeitsplätze.

6. Dezember 2010

Herzerwärmend

Category: Allgemein — Tags: , , , , , – Robert Dönges @ 13:27

Angesichts der Wetterverhältnisse draussen vor der Tür an diesem 6. Dezember hat der folgende Videoclip etwas wahrlich Herzerwärmendes: Sieben engelsgleiche Wesen jubilieren vielstimmig das englische Weihnachtslied “Deck the Halls “. Kann es am Nikolaustag eine freudigere Überraschung für uns Männer geben?

Und um vehementen Protesten der weiblichen Leserschaft gleich vorzubeugen: Morgen gibt’s hier auch irgendetwas Vorweihnachtliches für Frauen. Versprochen!