Das wird die Arbeit in den Redaktionen der Republik revolutionieren: Mit seiner jüngsten Entwicklung “Typescreen” hat Apple endlich die Brücke schlagen können zwischen Tradition und Moderne, zwischen Konservativen und Progressiven, zwischen Holz(medium)köpfen und Digital Natives – die iPad-Erweiterung “Olympia” ist da!
Dumm nur, dass es sich dabei um einen Aprilscherz handelt… (via @isilayerol)
Nach meiner leidvollen Erfahrung mit dem WeTab und der Abneigung gegen die unerträgliche Bevormundung der Firma Apple (iPad) habe ich mir prompt das Samsung Galaxy Tab bestellt, dass amazon.de gewohnt souverän innerhalb von 2 Tagen geliefert hat.
Erster Eindruck und Haptik
Der erste Eindruck des Gerätes nach dem “unboxing” hat mich sehr positiv überrascht: obwohl die Gehäuserückseite aus weißem Kunststoff besteht, liegt das 7″-Tablet gut in der Hand und wirkt äußerst wertig. Das verbaute 7″-Gorilla-Display mit der Auflösung 1024x600px sieht sexy aus, ist hell und lässt sich auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln sehr gut ablesen. Nichtsdestotrotz ist das IPS-Display des iPads noch ein Tick besser.
Dank seiner kompakten Größe und des geringen Gewichtes von 380 Gramm kann man es in eine Jackentasche stecken und mitnehmen. Der Größenvergleich offenbart, dass das iPad zwar das größere Display hat, aber mit 1024×768 Pixel Auflösung nur knapp vor dem Galaxy Tab mit 1024×600 Pixel liegt.
Der eigentliche Vorteil des Gerätes gegenüber dem iPad ist definitiv das verwendete Betriebssystem Android 2.2 (Froyo = Frozen Yogurt) von Google , das deutlich offener ist als das iOS von Apple und mehr Möglichkeiten zum Datenaustausch bietet. Dies äußerst sich beispielsweise darin, dass in Googles Market (analog Apple iTunes Store/AppStore) auch alternative Browser wie z.B. Opera Mobile angeboten werden und dass man das Galaxy Tab wie einen USB-Stick mit Daten befüllen kann.
Anwendungen
Mail-Accounts (privater imap-Zugang und Google Mail) waren ruckzuck aufgesetzt und es gab auch mit meinem selbstgebauten, self-signed X509-SSL-Server-Certificate keine Probleme. Beim iPad hatte ich deutlich länger für die Einrichtung gebraucht, da das iOS etwas zickig beim Umgang mit inoffiziellen SSL-Zertifikaten ist.
Da ich auf dem Desktop Linux nutze, war es ein Leichtes meine Lieblings-MP3-Sammlung (Sade, Billy Talent, Madina Lake, Halestorm, …) und Videos in unterschiedlichen Formaten (DVD-VOBs/MPEGs, MP4, FLV, AVI) per einfachem Drag’n'Drop im Dateimanager auf das Galaxy-Tab zu kopieren. Zugegebenerweise habe ich gar keinen Dateimanager verwendet, sondern rsync auf der Kommandozeile/bash.
Das Galaxy Tab ist ein wahrer Multimedia-Allesfresser.
Dem Internet-Live-Stream zur Schlichtung zu Stuttgart 21 konnte ich auf www.swp.de dank der Adobe-Flash-Ünterstützung problemlos folgen.
Prinzipiell ist das verwendete Betriebssystem Android 2.2 ja nur für Mobiltelefone und nicht für Tablets gedacht. Nichtsdestotrotz funktionieren die meisten Anwendungen auf dem schicken 7″-Display trotzdem ganz gut und vor allem flink!. Die Mail-Anwendung ist hier besonders zu loben: wenn man das Galaxy-Tab hochkant hält, sieht man entweder die E-Mail-Übersichtsliste oder eine E-Mail-Detailansicht. Kippt man das Gerät auf die Seite, so wird in einer linken schmalen Spalte die Übersichtsliste und in der rechten breiteren Spalte die Detailansicht dargestellt. Man kann allerdings auch die Detailansicht auf die ganze Breite ziehen und kann so bequem auch längere E-Mails lesen. Ich finde dies total angenehm und wirklich gut zu bedienen.
Vergrößern und verkleinern von Inhalten per Zwei-Finger-Gesten funktionieren in den meisten Anwendungen wie gewohnt und flüssig. Die CPU im Galaxy Tab taktet mit 1 GHz und ist mit der iPad-CPU durchaus vergleichbar.
Android-Anwendungen (Apps aus dem Google Android Market), bei denen das GUI nicht sauber programmiert ist, nutzen die Bildschirmgröße allerdings nicht aus und man sieht dann ringsherum einen schwarzen Rand (ähnlich wie bei der Nutzung von iPhone Apps auf dem iPad, wenn man nicht den 2x-Zoom verwendet, der die meisten iPhone-Apps auf dem iPad pixelig erscheinen lässt).
Samsung liefert die Office Productiviy Suite Think Free Mobile. Damit kann man Word, Excel, Powerpoint bearbeiten und PDF-Dokumente anschauen. Beim iPad geht dies ohne zusätzliche kostenpflichtige Software gar nicht.
Die eingebauten 16 GB Speicher reichen für die meisten Zwecke. Falls das wider Erwarten nicht reicht, erweitert man einfach den Speicher per SDHC-Karte.
Telefonfunktion und Kameras
Mit dem Galaxy Tab kann man natürlich auch telefonieren, wobei man das Gerät lieber nicht an das Ohr halten sollte, da es ansonsten wie ein überdimensionales Senioren-Handy wirkt.
Das Stereo-Headset erleichtert dann die Telefonie oder man nutzt alternativ die eingebauten Stereolautsprecher und das eingebaute Mikrofon als Freisprech-Telefonapparat.
Neben Voice-Telefonaten werden Videotelefonie und Skype unterstützt. Hierzu ist Gerät auf der Vorderseite eine 1,3 MP Kamera verbaut.
Die zweite integrierte Kamera (3,2 MP = 2048×1535 Pixel) sitzt auf der Rückseite und macht ganz passable Schnappschüsse. Der Clou dabei ist, dass man dann einen 7″ Großbild-Sucher hat.
Mit Bordmitteln oder den passenden Apps kann man Fotos bearbeiten, ablegen oder veröffentlichen. D.h. sofort twittern, auf Facebook teilen, in eine Dropbox legen oder per eingebauter Anwendungoder Photoshop Express oder PicSay Pro nachbearbeiten.
Weitere Anwendungen wie z.B. eReader oder Apps für Magazine und Tageszeitungen habe ich noch nicht ausführlich getestet und ich überlege eine Fortführung des Tests in Sachen “Mediennutzung mit dem Samsung Galaxy Tab”.
Internetworking & Handling
Einem Netbook ohne UMTS-Stick konnte ich per Wifi-Tethering die UTMS-Verbindung des Galaxy Tabs zur Verfügung stellen. Hier wird sogar das sichere WPA2-PSK unterstützt. Um eine gute Internet-Verbindung zu haben, kann man das Galaxy Tab auf’s Fensterbrett legen und im Wohnzimmer auf dem Netbook über das Galaxy Tab im Internet surfen: TOP!
Extrem cool ist auch, daß das Galaxy Tab sich – im Gegensatz zum iPad – deutlich mehr nach richtigem Computer anfühlt, d.h. man kann direkt auf dem eingebauten Speicher oder auf der eingelegten SDHC-Card Dateien und Ordneroperationen wie anlegen, umbenennen und löschen durchführen. Und vor allem auch im Browser Dateien down- und uploaden. Für jemanden, der mit Disketten, Dateien und Ordnern groß geworden ist, ist dies ein Paradies!
Das Thema Datensicherung hat Apple mit iTunes besser im Griff, da dort automatisch immer alle Daten und Programme gebackup’d werden. Bei Android sind die Adress-/Kontakt-Termin-Daten nur dann autonatisch gesichert, wenn man mit seinem Account die Google Dienste nutzt. Programme und andere Daten (Filme, Audio-Dateien, …) muss man separat, beispielsweise mit einer Backup-App oder dem Dateimanager auf eine SD-Karte sichern.
Im Lieferumfang des Galaxy Tabs ist ein kleines Getting-Startet Büchlein, ein 220V-Netzteil mit USB-/Ladekabel und ein Stereo-Headset, mit dem man auch telefonieren kann. Leider ist weder ein Mikrofasertuch, noch eine Tasche dabei. In diesem Punkt (unr NUR in diesem! hat das WeTab die Nase vorn.
Technische Daten
CPU: ARM Cortex A8
Hauptspeicher: 512 MB RAM
interner Flash-Speicher: 16 GB Flash
externer Flash-Speicher über SDHC-Speicherkarte
Display: 7″ Multitouch, 1024×600 Pixel
Akku: 4.000 mAh
WLAN 802.11a/b/g/n
UMTS (HSUP/HSDPA) , GSM (GPRS, EDGE)
Bluetooth 3.0
Kameras: 3,2 MP Autofocus mit LED-Blitz auf Rückseite und 1,3 MP auf Vorderseite
Gewicht: ca 380 Gramm
Betriebssystem: Google Android 2.2 (Froyo = Frozen Jogurt)
Fazit
Das Samsung Galaxy Tab ist toll, begeistert mich total und hat mit Android 2.2 ein gutes Tablet-Betriebssystem. Es hat definitiv das Potential den Tablet-Markt aufzurollen und wurde lt. Pressemitteilung schon seit Markteinführung Mitte Oktober über 600.000 mal verkauft. Das Geschäfts-iPad schalte ich seit einigen Tagen nur noch ein, wenn ich unsere Apps testen muss oder zum Rhythm Racer HD spielen. Die Features des Galaxy Tabs übertrumpfen das iPad um Längen – allerdings wirkt das auf wenige Dinge reduzierte iPad etwas wertiger und das Display ist besser Apple muss sich meiner Meinung nach – nicht nur wegen des Wintereinbruchs – extrem warm anziehen!
Als jahrzehntelanger (*sigh*) Unix/BSD/Linux-Fan, mehrmonatiger iPad-Benutzer und trotz schwerer Kommandozeilenabhängigkeit begeisterte mich die angekündigten Leistungsdaten und das offene System des WeTab der deutschen Firma Neofonie sehr, da damit der grausame iTunes-Zwang und das Monopol der Firma Apple auf Tablet-Computer zu enden schienen.
Ich habe deshalb das WeTab 16GB/Wifi bereits am 8. Mai 2010 kurz nach der Ankündigung bei Amazon vorbestellt und es am Donnerstag, den 23.9.2010 erhalten. Nach dem Auspacken fiel mir auf, dass neben dem WeTab sowohl eine kleine Stofftasche als auch ein Microfaser-Reinigungstuch mitgeliefert werden. Das machte schon mal einen guten Eindruck, da Touch-Geräte geschützt und regelmässig gereinigt werden müssen. IPad-User kennen dies bereits.
Nach dem Einschalten und der Konfiguration der Wifi-Verbindung hat sich das WeTab selbstständig installliert bzw. aktualisiert. Bis hierher war alles TOP!
Als das Gerät nach ca 20 Minuten mit dem “Ich mach mich nur kurz frisch”-Vorgang fertig war, erkundete ich die Oberfläche und stellte rasch fest, dass das spiegelnde Display extrem blickwinkelabhängig ist. Legt man es auf den Tisch und schaut schräg auf das Display, kann man kaum etwas erkennen. Das sollte bei einem Gerät, das fast 500,- Euro kostet nicht passieren, zumal es Netbooks mit vergleichbarer Technik (Intel N450, 1 GB RAM, 16 GB SSD) schon ab 350,- Euro gibt.
Hier meine Erfahrungen nach 3 Tagen Nutzung
Multimedia-Fähigkeit
Youtube-Videos und MKV-Dateien werden zwar abgespielt, aber HD-Material (720p) ruckelt und wird nicht flüssig wiedergegeben
MP3-Sounddateien werden problemlos (auch im Hintergrund) abgespielt
Das Tagesschau-Video-Widget, das die “Tagesschau in 100 Sekunden” direkt auf der Pinnwand abspielt, macht richtig Laune
Die Mediengalerie (Foto-Viewer/Diashow, Filme) sieht zwar nett aus, stellt aber Videos mit Vorschaubildchen als “corrupt” dar.
Der Banshee-(Musik)-Player (V1.7) funktioniert wie gewohnt
Die WebCam funktioniert, aber was man ausser Standbilder schiessen damit machen kann, ist noch unklar.
Anwendungen
Der installierte Dateimanager (Filebrowser) ist sehr minimalistisch. Man hat nur eine Symbol-, aber keine Listendarstellung und man kann auch keine Dateien/Ordner umbenennen. Ein Midnight-Commander oder Gnome-Nautilus würde die Produktivität deutlich erhöhen.
Multitasking funktioniert wunderbar und man kann sehr schnell zwischen Anwendungen hin- und herschalten.
Die Pinnwand ist nett, wird aber leicht unübersichtlich und überladen
Die meisten “Apps” im WeTab-Market sind nur Lesezeichen, die man auf den Desktop legt und keine “Native Apps”. Echte “News-Apps” für das angekündigte “Medienwunder wie auf dem iPad (z.B. Welt-App oder Flipboard) gibt es derzeit (noch) nicht. Das Neofonie-WeMagazine konnte ich nicht entdecken.
Internet-Surfing ist klasse, auch geflashte” Webseiten funktionieren prima
Claws-Mail funktioniert im Zusammenspiel mit meinem IMAP-Server mit self-signed-X509-Zertifikat überhaupt nicht und stürzt bereits beim Start ab. Wieso gibt’s keinen Thunderbird?
Android-Apps stehen (noch) nicht zur Verfügung. Anscheinend soll Android 2.2 (Froyo) in einer virtualisierten Umgebung noch folgen…
Handling
Multitouch funktioniert (noch) nicht, d.h. ausser tippen und ziehen gibt’s noch keine weiteren Gesten
Angeschlossene USB-Geräte (z.B. Kartenleser mit CF-Karte, USB-Stick, Kamera) werden erkannt und man kann auf die Daten zugreifen
Viele Anwendungen (z.B. Banshee-Musikplayer, OpenOffice) sind nicht für Touch-Screens optimiert, d.h. man muss millimetergenau auf die Schaltflächen/Menüs tippen, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.
Bootzeit aus dem ausgeschalteten Zustand ~25 Sekunden, aus dem Standby < 3 Sekunden
Die RootShell funktioniert wunderbar. Nachdem openssh und rsync per sudo yum install openssh-server rsync auf dem WeTab installiert ist, klappt die Befüllung mit Daten problemlos.
Die Bildschirmtastatur ist schön groß und es gibt sogar einen Slash! (Nein, nicht DER!
Per “yum” kann man weitere Software-Pakete nachladen, die aber nicht auf der Oberfläche/Pinnwand erscheinen. Ich habe die Bildbearbeitung gimp und thunderbird installiert und konnte diese dann über die Kommandozeile starten.
Es gibt keinen Schalter, mit dem ein versehentliches Drehen des Bildschirms verhindern werden kann. Dies führt dazu, dass je nach Haltung das Display einfach wegkippt und man gegensteuern muss. Desweiteren ist die Drehung des Bildschirminhalts beim Kippen/Bewegen des Gerätes nicht so elegant wie beim iPad. Beim WeTab wird der Bildschirm kurz schwarz und erst danach sieht man den gedrehten Bildschirminhalt.
Es gibt keinen Lautstärkeregler am Gerät – that’s really bad!
Das Netzteil hat einen richtigen EIN/AUS-Schalter. Das ist SUPER!
Security
Das WeTab ist NICHT mehrbenutzerfähig (wie das iPad). Da (zumindestes bei meinem Wifi-only-Modell) kein Passwort/PIN für die Nutzung erforderlich ist, kann jeder auf persönliche Daten zugreifen, der das WeTab in den Händen hält. Ich würde dem WeTab deshalb eigentlich keine persönlichen und sensitiven Daten anvertrauen.
Ich habe keine Möglichkeit gefunden, dass Gerät in den Auslieferungszustand zurückzuversetzen.
Ein Portscanner (nmap) hat offene TCP-Ports gefunden: DNS (53), ipp/Printing (631), X-Windows/X11 (6000). Dies sollte auf einem Linux-basierten System nicht sein. Schliesslich gibt’s ja iptables/Netfilter out-of-the-box.
Zur Datensicherheit gehört auch ein Backup-Konzept für die Datensicherung und das Wiederherstellen von Daten. Hier muss man neidvoll anerkennen, dass dies iTunes vorbildlich löst. Beim WeTab muss man selbst dafür Sorge tragen, regelmässig daran denken und auch noch händisch machen, indem man beispielsweise per Filebrowser die Daten auf eine SD-Karte oder eine USB-Platte sichert.
Hardware
Das WeTab 16GB-Wifi ist mit 1005 Gramm deutlich schwerer als mein iPad-32GB-UMTS mit 715 Gramm.
Das Display hat die perfekte Größe (1366×768 Pixel, quasi HD-ready), aber durch die starke Blickwinkelabhängikeit ist es für mich nicht vernünftig nutzbar.
Der verbaute Lüfter läuft häufig, sein (leises) Geräusch empfinde ich nicht als störend.
In meinem WeTab kommt eine SanDisk pSSD S2 16GB zum Einsatz
Batterielaufzeit: vermutlich irgendwas zwischen 3 und 6 Stunden, abhängig vom Nutzungsprofil. Gefühlt waren es ca 4 Stunden.
Das offene Konzept des Gerätes und die Idee finde ich nach wie vor fantastisch, aber es gibt noch so viele offene Punkte und grobe Fehler, die für mich eindeutig zur Abwertung des WeTab führen. Ich werde es deshalb wieder zurückschicken und auf eine bessere Alternative warten. Vielleicht ist das angekündige und Android basierte Samsung Galaxy Tab eine Alternative zum iPad.
Für die angepeilte Zielgruppe “Otto-Normaluser” ist das Gerät meiner Meinung nach derzeit so gut wie nicht brauchbar.
Eine Warnung an alle Verleger, Geschäftsführer und Kollegen, die vom iPad das Allheilmittel zum Erhalt unseres bisherigen Berufsbildes erwarten: Das iPad ist NICHT die Rettung des Print-Journalismus. Ganz im Gegenteil. Es ist sein Untergang.
Der Beweis liegt klar auf den Knien: Mit der Eroberung der Toilette hat das elektronische Tablett den einen geheimen Zufluchtsort, an dem ein Zeitungsleser alter Schule noch ungestört und ausdauernd seinem antiquierten Tun nachgehen konnte, im Handstreich erobert. Die letzte Bastion ist damit gefallen.
Ich kann das bezeugen, ich war dabei. Der Konkurrent hinterlässt weder verräterische Druckerschwärze an Händen und Oberschenkeln, noch verursacht er ein für die anderen Mitbewohner verdächtiges Rascheln hinter der WC-Tür. Außerdem reicht sein Akku locker für jede noch so lang geartete Sitzung aus.
Es bleibt den Verlagen daher nur die eine, von vielen bereits angedachte Chance: Schnellstens eine Anwendung (“App“) zu entwickeln, die die Zeitungsinhalte intelligent und lesefreundlich auf das iPad bringt. Damit nicht alles verloren ist.
Damit ließe sich auch der einzige Nachteil verschmerzen, den das Gerät offenbart. Denn obwohl er nie in die Realität umgesetzt werden musste, war der Gedanke doch immer tröstlich, mit der Zeitung ein Stück Papier in den Händen zu halten. Nur für den Fall, dass die Klorolle überraschend zur Neige ginge. Hierfür jedoch ist das Pad definitiv nicht geeignet.
Habe mir unlängst eines von diesen analogen Dingern zugelegt, die alles Geschriebene adhoc abspeichern. Auf der letzten Fachtagung in Berlin war man damit der absolute Trendsetter – das aPad war echt ein Hingucker! Und ich muss sagen, ich bin bislang sehr zufrieden. Vor allem, weil ich das Teil sofort intuitiv bedienen konnte. Kein umständliches Handbuch, keine langwierigen Installationen. Einfach aufklappen und loslegen – buy and play, so zu sagen.
Gut, es gibt auch Nachteile, aber die sind schnell aufgezählt: kein Korrekturprogramm; leider kein USB-Anschluss. Und der druckempfindliche Stift zum Bedienen ist Sonderzubehör und muss extra im Fachhandel erstanden werden.
Auf der anderen Seite: Das Gerät wiegt lediglich 286 Gramm, liegt gut in der Hand, ist leicht zu bedienen und die Funktion Drucken ist – wie gewohnt – über ein externes Zusatzgerät möglich. Außerdem habe ich herausgefunden, dass der fehlende USB-Anschluss bequem durch meine interne Memofunktion ersetzt werden kann. Der Upload dauert dadurch nur einen Tick länger, belastet dafür kaum den Arbeitsspeicher. Den Kampfpreis von 3,95 Euro halte ich daher für mehr als angemessen.