26. Juni 2010
Mal was anderes. Nach vielen WM-Spielen in beiden Johannesburger Stadien, in Pretoria und einem in Nelspruit, geht es im zweiten Achtelfinale zwischen den USA und Ghana in Rustenburg um den Einzug in Viertelfinale. Rustenburg, rund 120 Kilometer westlich von Pretoria gelegen, zählt mit Polokwane und Nelspruit zu den kleineren WM-Ausrichtern in Südafrika. Die Stadt selbst hat kaum mehr als 200.000 Einwohner. Die Gemeinde zählt jedoch zu den Boomregionen Südafrikas; dafür sorgt der Bushveld Komplex, das größte Platin-Abbaugebiet der Welt.
Und hier hat noch ein König das Sagen: Kgosi (König) Leruo Molotlegi, der 36ste nachgewiesene Monarch des Bafokeng-Stammes, wurde im August 2003 auf den Thron gehoben. Der hat viel Geld wegen des Platins, das er jedenfalls auch für viele soziale Zwecke ausgibt. Er finanziert Jugendzentren, Bildungseinrichtungen und einiges andere mehr, wie das Stadion, das in vielen Dingen deutlich moderner wirkt als die anderen Spielstätten in Südafrika.

24. Juni 2010
Alle tief durchatmen, bitte: Mit einem fantastischen Treffer aus 18 Metern in den Winkel hat Mesut Özil (Foto) am Mittwochabend Fans wie Fußball-Auswahl Deutschlands erlöst. Sein goldenes Tor zum 1:0 in der 60. Minute bedeutete die Entscheidung in einer arbeitsintensiven Partie gegen Ghana, die dem DFB-Team den Gruppensieg und damit den Einzug ins Achtelfinale dieser Weltmeisterschaften in Südafrika sicherte.
Wir sind der Meinung: Das war Spitze!

Strammer Schuß aus 18 Metern: Mesut "Hänschen" Özil traf zum 1:0
21. Juni 2010
Hm. Der folgende Beitrag ließe sich sowohl unter “Darüber lacht die Redaktion” als auch unter “Südafrika und die Weltmeisterschaften” einordnen. Er geht dem bisher bei dieser WM so viel diskutierten Thema der Fan-Fanfaren und ihrer traditionellen Herkunft direkt an die Wurzel.


So oder so – das klärt doch einiges auf.
18. Juni 2010
Wer in Südafrika von der WM berichtet, der muss viel mit dem Auto fahren. Ich habe meinen “ständigen Wohnsitz” in Pretoria, fahre deshalb häufig nach Johannesburg in die beiden Stadien Ellis Park und Soccer City. Das sind einfach rund 70 Kilometer. Die aber haben es in sich.
Die Autobahn ist zwar zum Teil vierspurig, aber je mehr Spuren, desto undurchsichtiger sind die Gesetze der Straße. Für einen ungeübten Linksfahrer ist dabei die erste Herausforderung, nicht zu weit links zu fahren. Lädierte linke und rechte Außenspiegel zeugen davon, dass sich da jemand verschätzt hat. Aus welchen Gründe auch immer kommt bei dem Versuch, den Blinker zu setzen, häufig der Scheibenwischer zum Einsatz. Links und rechts verwischt immer mehr.
Es gibt auch einspurige Autobahnen, die gebührenpflichtig sind. Auf denen bei Dunkelheit zu fahren, ist ein echtes Abenteur. Die Witze über Kühe oder andere Tiere, die plötzlich auf der Straße stehen, sind tatsächlich keine Witze. Es stehen aber auch Autos auf der Straße, die nicht mehr fahren können. Die bilden die so genannten plötzlich auftretenden Hindernisse.
In der Stadt zu fahren ist einfach, so lange ein Auto vor einem fährt und den Weg vorgibt. Beim Abbiegen gilt es, höchste Aufmerksamkeit an den Tag zu legen, um die richtige Spur zu finden. Dabei hilft, sich immer zu vergewissern, dass die Mittellinie rechts von einem ist.
Nachher geht es wieder zurück nach Pretoria, hoffentlich ohne lädierten Außenspiegel.
17. Juni 2010

Im Kleidchen ins Stadion: Die FIFA hat da was dagegen. Foto: dpa
Soeben erreicht die Redaktion über den Vuvuzela-Morse-Ticker folgende Eilmeldung aus Südafrika: Es besteht der dringende Verdacht, dass in den Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft Minderheiten massiv diskriminiert werden. Und das vor den Augen der Weltöffentlichkeit.
Auf Drängen des Fußball-Weltverbandes FIFA hat die Polizei im Stadion von Johannesburg zwei unschuldige blonde, holländische, weibliche Fans festgenommen und stundenlang verhört – nur weil sie beim Spiel Niederlande gegen Dänemark mit orangefarbenden Kleidchen auf der Tribüne saßen.
Gut – allein die Farbe Orange kann durchaus als optische Zumutung angesehen werden. Dennoch bezeichnet der niederländische Außenminister Maxime Verhagen den Vorgang als “absolut ungeheuerlich”.
Es geht bei dem Vorfall nämlich gar nicht um die Verhinderung optischer Überreizung. Nein, es geht nur ums liebe Geld. Bei den Kleidern handelt sich um eine Dreingabe einer niederländischen Brauerei. Der Vorwurf der FIFA lautet deshalb: unrechtmäßige Werbeaktivitäten (“Schmarotzer-Marketing”). Als Premium-Partner der FIFA ist ausschließlich der US-Biermarke Budweiser Werbung an offiziellen Schauplätzen des WM-Turniers vorbehalten.
Ja wenn das so ist: Runter mit den Kleidchen und nackt ins Stadion!!! Bei dem müden Gekicke auf dem Platz wäre das der TV-Quote sicherlich zuträglich.

Aus Sicht der FIFA vorbildlich: Nackte Fußball-Fans ohne Kleidchen.