Als Roller-Fahrer erkennt man früh, wenn ein Ereignis von nationaler Bedeutung stattfindet: Es ist die Zeit, in der mehr abgerissene Deutschlandfähnchen als verlorene Radkappen im Straßengraben liegen. Die Billig-Fanartikel halten dummerweise einfach nicht, was der einschlägige Fachhandel – Kik, Tedi, Tanke – verspricht.
Als Roller-Fahrer hat man aber auch Zeit, sich Gedanken zu machen beim gemächlichen Dahinbrausen auf der Landstraße. Zum Beispiel darüber, ob Schwarz-Rot-Gold ein Wegwerfprodukt geworden ist. Oder ein Einwegartikel. Obwohl doch Deutschland für Qualität, Verlässlichkeit, Langlebigkeit steht.
Andererseits – diese D-Devotionalien wurden garantiert alle in China produziert. Nix mit “Made in Germany”. Und wahrscheinlich ist der alltägliche Umgang mit unserer Trikolore auch gut so. Ein Symbol der Leichtigkeit. Zeichen für die Normalität, mit der heutzutage Deutsche sich und ihr Land feiern können. Beziehungsweise dürfen.
Wer weiß, wie die Generation(en) vor uns reagiert hätte(n) beim Anblick ihrer Nationalflagge in der Gosse.


