19. November 2010

Fies, aber gut

Category: Journalismus und Internet — Tags: , , , , , – Robert Dönges @ 19:17

Hart, aber fair” heißt eine ausgezeichnete Talksendung im Ersten mit Frank Plasberg. Mit “lehrreich, aber fade” könnte man die regelmäßigen Schlichtungsgespräche zu Stuttgart 21 mit Heiner Geißler beschreiben. Was allerdings die Gegenspieler des Bahn-Großprojekts aus einem Redebeitrag von Verkehrsministerin Tanja Gönner gemacht haben, verdient das Prädikat “fies, aber gut“. Das Video reiht sich ein in die Galerie missglückter Politiker-Statements à la Edmund Stoiber oder Günther Oettinger.

23. Juli 2010

Spaßig, die Bahn

Category: Allgemein — Tags: , , – Thomas Veitinger @ 15:08

Ja, ja, die Bahn. Spaß hatten die Herren und Damen der Schiene schon immer. Etwa die Schaffnerin, die statt der Zahl “elf” immer “ölf” sagt. “Neun Uhr ölf” fahren wir auf “Gleis ölf” ein. Lustig.

Oder die Gesundheitsapostel von der Bahn, die Fahrgäste im Hochsommer 70 Grad-Bio-Sauna-Temperaturen aussetzen – und das bei voller Bekleidung. Auch nett.

Aber am lustigsten haben es sicherlich die Bahner, die jeden Morgen die Gründe aus ihrem Verspätungsmöglichkeiten-Topf ziehen. “Hohe Streckenauslastung” heißt es immer wieder als Grund für Verspätungen. Was soll denn das heißen? Es sind heute überraschend besonders viele Züge unterwegs? Ja, sind Ferien?

Oder die berüchtigten “Verzögerungen im Betriebsablauf”. Ja, warum macht ihr dann nichts gegen die Verzögerungen?, denkt man als Fahrgast.

Heute morgen aber, als es mal wieder jede Menge Verspätungen gab, Züge ausfielen und der Regionalexpress Ulm 33 Minuten zu spät errreicht wegen “Verspätung aus vorangegangener Fahrt”, kam etwas ganz besonderes: “Unbefugtes Betätigen der Notbremse durch Reisende”.

Durch Reisende? So viel Spaß hat die Bahn nun also auch wieder nicht, als dass sie selbst die Notbremse zieht.

18. Juni 2010

Ge-rrreizt!

Category: Allgemein — Tags: , , – Robert Dönges @ 09:22

Wenden wir uns heute einem Lieblingsthema des (noch immer viel zu selten) mitbloggenden Kollegen Steffen Wolff zu: dem Reisen mit sowie der Deutschen Bahn an sich.

Abgesehen von

  • unbegründeten Verspätungen,
  • unhöflichen Zugbegleitern,
  • ausgefallenen Klimaanlagen,
  • schweißelnden Nebensitzern,
  • eingefrorenen Weichen,
  • gebrochenen Gleisen,
  • unfähigem Servicepersonal,
  • vorbeirauschenden Anschlusszügen,
  • unüberdachten Bahnsteigen im Regen

und allen anderen Kleinkatastrophen, von deren Realität ich mich in der Vergangenheit überzeugen musste durfte, ist heute ein neuer Aspekt hinzu gekommen: die

  • vorschnell aktualisierte Sitzplatzreservierung.

Sie geschieht deshalb, weil die Reservierung im ICE nicht mehr handisch (kleine Papierstreifen, Schaffner), sondern elektronisch (Display überm Sitz, Zentralrechner), vorgenommen wird. Hat nun der Zug Verspätung, schaltet die zeitlich gesteuerte Anzeige gemäß der vorher eingegebenen Uhrzeit und ungeachtet des tatsächlichen Aufenthaltsortes auf die nächste Reservierung um. Das heißt, wo vorher etwa “Stuttgart – Ulm” stand, steht jetzt bereits “Augsburg – München“. Damit scheint bei verspäteter Abfahrt in Stuttgart der Sitzplatz bis Augsburg frei zu sein.

Das Resultat: Nach einem verdammt langen Arbeitstag, ohnehin schon gereizt, weil dein Anschlusszug durch die Verspätung flöten geht, darfst du dich noch mit irgend so einer Strickjacken-Assi um deinen reservierten Sitzplan streiten. Eben, weil das Display schon nicht mehr anzeigt, das du für ihn bezahlt hast. Erklär das mal höflich einer bornierten, begriffsstutzigen Tusnelda, die dem Ausdruck deiner Internetreservierung nicht mal ansatzweise Beachtung schenken mag. Die dumme Schlampe. Macht echt Laune! Danke, Deutsche Bahn!