15. März 2012

Vorurteile

Category: Familie und Frauen,In Ulm und um Ulm — Tags: , , , , , , – Robert Dönges @ 16:18

Drei spontane Gedanken zum unten abgebildeten Foto – bitte wählen Sie die eine Erklärung aus, die Ihnen am plausibelsten erscheint:

1. Wer behauptet, dass Frauen nicht einparken können?! Männer sind nicht in der Lage, angemessen große Parkflächen auf den Asphalt zu malen!

2. Wer gerne wissen möchte, was eigentlich aus Mandy so geworden ist: Es geht ihr gut. Sie lernt derzeit korrektes Einparken.

3. Wer sich dagegen fragt, was Mandy aus der Kamera des Fotografen gemacht hat, nachdem er dieses Bild ihrer Parkkünste veröffentlicht hat, der klicke hier.

Mandy parkt ein...

Mandy parkt ein...

(Die richtige Lösung übrigens lautet: 1. bis 3. )

12. Februar 2012

Greatest Love Of All

Category: Familie und Frauen — Tags: , , , – Robert Dönges @ 17:32

Schon wieder ist jemand gestorben, den ich gut kannte. Zumindest meinte ich, sie gut zu kennen: Whitney Houston ist tot. Sie war 48 Jahre alt, nur drei Jahre älter als ich. Keine Ahnung, wie viele Nachrufe, Geschichten und persönliche Erinnerungen an sie in diesen Stunden geschrieben werden. Meine fängt so an: Ich habe sie geliebt.

Damals war ich gerade von meinem ersten USA-Aufenthalt zurückgekehrt, ein pickeliger, spätpubertierender 19-Jähriger mit einer großen Nase und ohne Freundin. Während andere Jungs in meinem Alter bereits fest liiert waren und mit festen Zielvorstellungen ihre letzten Schuljahre bestritten, war ich ein hochgeschossener Träumer mit schlackernden Gliedmaßen, geplagt vom Fernweh nach sechs Wochen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Schließlich war ich der Zeit in Deutschland der 80er Jahre um mindestens Monate voraus, hatte in den USA den ersten Musiksender MTV kennengelernt, erstmals Bryan Adams (“Summer of ’69“), die Dire Straits (“Money for Nothing“), Mr. Mister (“Broken Wings“) gehört. Und Whitney Houston, eine junge, wunderschöne Sängerin mit einer unglaublichen Stimme. Das Foto von ihr im weißen Badeanzug, auf der Rückseite ihres ersten Albums, ist echt – damals gab es noch kein Photoshop, das solche Kurven hätte besser zeichnen können.

Wochenlang lief ihre LP täglich auf meinem Plattenspieler, stundenlang oft, während ich in meinem Sessel lümmelte und süßeste Wolkenschlösser baute. Ich war dermaßen verknallt in sie, dass ich mich nicht scheute, ihr einen öffentlichen Liebesbrief zu schreiben, nachdem sie endlich auch in Deutschland bekannt wurde. Er erschien im Juni 1986 in der Schülerzeitung meines Gymnasiums, unter der Überschrift “Oh, Whitney” und handelte vom faszinierendem Auftreten der Newcomerin, ihrer Wirkung auf uns Jungmänner und ihrem latenten Sex-Appeal (auch wenn ich das damals so deutlich nicht formulierte):

“…’Hold me and touch me, make me a woman tonight’, und das im Duett mit einem Mann! Weißt Du überhaupt, was Du uns da antust? … Dennoch kann dies nicht der einzige Grund sein, warum wir uns, sobald der Name “Whitney” ertönt, verständnisvoll zulächeln. Vielleicht liegt es daran, dass eine tolle Stimme endlich auch mal zu einer tollen Frau gehört und jeder von uns das Privileg für sich Anspruch nimmt, Dich als Erster ‘entdeckt’ zu haben. Wobei uns allerdings die Aussichtslosigkeit unserer Träume wieder eint. Oh Whitney, what have you done to us!
Saving all my love for you – Robert”

Irgendwann hatte ich die Songs von Whitney Houston derart verinnerlicht, dass ich sie auswendig mitsingen konnte, ihre Texte für mich ins Deutsche übersetzte und sogar daran glaubte. Mein Lieblingslied war die üppige Ballade “Greatest love of all” und besonders die letzte Zeile half mir damals tatsächlich, meine pubertären Komplexe (Nase! Akne! Lulatsch!) abzulegen.

“Because the greatest love of all Is happening to me
I found the greatest love of all Inside of me
The greatest love of all Is easy to achieve
Learning to love yourself It is the greatest love of all”

Alles andere kam dann wenige Monate später, fast von alleine. Whitney Houston wurde abgelöst von echten Freundinnen und einer neuen Stimme (Annie Lennox), die Schule endete, der so genannte Ernst des Lebens begann mit der Bundeswehr, es folgten Studium, Ausbildung, Hochzeit, Beruf, Kinder… Dennoch habe ich Whitneys weiteren Lebensweg immer mitverfolgt, ihre Erfolge, ihre Heirat, ihre Drogensucht, zuletzt, 2004, der Versuch, in Deutschland im Rahmen einer Tournee von Tchibo (!) zusammen mit Natalie Cole and Dionne Warwick als “Soul Divas” ein Comeback zu versuchen.

Da allerdings war sie schon lange nicht mehr die Whitney Houston meiner Jugend, die unvergessene – “Greatest Love of All”.

12. Januar 2012

Schnelle Nummer mit Mandy

Aus unserer Reihe “Lebenshilfe” – heute: die Kfz-Ummeldung

Dieser Tage hatte ich das Vergnügen, eine junge Kollegin, die mich um meine Hilfe gebeten hatte, zum Landratsamt des Alb-Donau-Kreises in die Schillerstraße zu begleiten. Anlässlich ihres Umzugs nach Ulm war es der anonym bleiben wollenden Kollegin (nennen wir sie einfach Mandy) ein Herzensanliegen, ihrem Kleinwagen ein hiesiges Nummernschild zu verpassen. Eine Nummer, die laut Mandy nicht länger als zehn, zwanzig Minuten dauern sollte.

Der mir zugedachte Part dabei war zum einen die moralische Unterstützung (Mandy: “Ich hab’ doch so etwas noch nie gemacht!”). Zum anderen die Schonung der Mandy’schen Fingernägel, als es um das Herauslösen der alten Kennzeichen ging. Ein Vorgang, der nicht nur im strömenden Regen, bei lausiger Kälte, heftigem Wind und inmitten einer Pfütze stattfand, die Mandy zu ihrem Parkplatz erkoren hatte. Auch wehrten sich die mit ihren Halterungen verwachsenen Nummernschilder vehement dagegen, entfernt zu werden. Abgesehen davon, dass ich keinen blassen Schimmer hatte, wie man die Teile üblicherweise richtig ablöst. Erst ungeeignetes Werkzeug und der Totalverlust von zwei Plastiklaschen, mit denen die Schilder fixiert waren, brachten die störrischen Kennzeichen zum Einlenkenbiegen.

Gut 20 Minuten nach der Ankunft also, durchnässt, aber mit den erlegten Blechtafeln in der Hand, betraten wir die Zulassungsbehörde. Aktuell angezeigt ward Nummer 133. Mandy, das patente Mädel, hatte unsere Mittagspause als genau jene Zeit des Tages bestimmt, in der am wenigsten Andrang herrschen sollte. Dies indes erwies sich als Fehlkalkulation. Wir zogen die Nummer 149 und fanden noch ein Plätzchen im rappelvollen Wartebereich.

134, 135. Zeit genug, um die Plakate an den Wänden zu lesen. “Keine EC-Kartenzahlung möglich” warnt die Lebenshilfe Donau-Iller. Sie hat im Saal einen Schalter, an dem sie neue Kfz-Schilder verkauft. Beim Schildermacher draußen gäbe es die frischbedruckten Tafeln sechs Euro günstiger, hatten wir zuvor mitgehört. 136.

Ich: Sach mal, hast du eigentlich genügend Bargeld dabei?

Mandy: “Nee, ich zahl’ mit Karte.”

137. Warten.

Ich: Und die Unterlagen, die hast du alle dabei?

Mandy: ” Ja, hab’ alles kopiert. Bis auf den Fahrzeugbrief. Den hat mein Autohändler. Ist doch ‘n Leasing-Fahrzeug.”

Ich: Bin mir nicht sicher, aber ich glaube, Du brauchst den Brief trotzdem.

Mandy: “Das kläre ich direkt am Schalter. Ich geh’ jetzt eine rauchen.”

138. Warten.

Ich: Du weißt aber schon, dass du die Originale mitbringen sollst? Alle?

Mandy, leicht genervt: “Jaaaha. Die liegen im Büro. Kopien reichen, glaub mir.”

139, 140, 141, 142. Warten.

Ich: Aber nicht, dass wir hier ‘ne halbe Stunde rumsitzen, nur um prompt wieder nach Hause geschickt zu werden. Weil die Unterlagen nicht vollzählig sind.

Mandy, ziemlich genervt: “Jetzt hör halt auf. Wir gehen zu Schalter zehn, die Frau sieht nett aus, mit der kann ich reden.”

143. Mandy beim Rauchen.

144. Warten.

145. 146. 147. Warten. Mandy: deutlich genervt. Ich: mal lieber ruhig.

148. Warten.

30 Minuten waren längst vorbei, als endlich auf der Anzeigentafel aufleuchtete: 149 – zu Schalter sechs. An dem standen wir exakt 45 Sekunden lang, dann war die Nummer beendet. In dieser Zeit ließ sich Mandy belehren, dass hier und heute ohne Kfz-Brief keine Ummeldung möglich sei, weil der beim Leasing-Händler hinterlegte Brief zuvor an die Zulassungsstelle geschickt werden müsse. Ich tat derweil so, als ob ich nicht dazugehörte und durchblätterte eines der ausliegenden Faltblätter. Darin stand:

Erforderliche Unterlagen bei Ummeldung eines Kfz ohne Halterwechsel – alle Dokumente müssen gültig sein und sind im Original vorzuweisen:

  • Personalausweis/Reisepass
  • (TÜV-)Prüfbericht der letzten Hauptuntersuchung
  • Einzugsermächtigung für die Kfz-Steuer
  • Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I)
  • Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II)
  • bisherige Kennzeichen
  • Versicherungsbestätigung der Kfz-Versicherung
  • ggf. Reservierungsbestätigung für ein Wunschkennzeichen

Zumindest letztere hätte Mandy dabeigehabt. Sogar im Original…

(Liebe Mandy, wenn Du das hier liest – in dem Faltblatt stand noch etwas, nämlich: “Reservieren Sie über das Internet oder das Telefon einen Termin. Wir bearbeiten Ihre Kfz-Zulassung dann auch während der regulären Öffnungszeiten ohne Wartezeit.” Klicke einfach hier: Terminvereinbarung für Privatkunden. – Bist Du mir jetzt böse?!)

30. November 2011

Für Amerika!

Category: Familie und Frauen,Journalismus und Internet — Tags: , , , , – Robert Dönges @ 23:05

Es passiert mir so selten. Aber wenn, dann richtig: Tränen. Echte Tränen. Sie laufen mir aus beiden Augen und tropfen auf die Tastatur, bei jeder einzelnen Welle, die meinen zitternden Körper durchläuft. Ich sitze vor meinem Rechner und kann nicht mehr. Selten habe ich einen Video-Clip im Internet gesehen, der mich mehr berührt hat wie diese Aufnahme des singenden Rodney Carrington. Für den Weltfrieden. Für mehr miteinander. Für eine bessere Zukunft. Und vor allem: für Amerika!

Noch eine Ermahnung an alle g’schamigen Leser: Sie dürfen jetzt bitte nicht empfindlich sein. Es kommt in diesem Video szenenweise zur Darstellung körperlicher Nacktheit, die… nicht immer… ästhetisch wirkt. Dennoch werden Sie sich das Video mehr als einmal anschauen müssen, um die Fülle aller Details zu verstehen. Das allerschlimmste aber ist, dass Ihnen dieser Ohrwurm danach nicht aus dem Kopf gehen wird. Sie wurden hiermit gewarnt. Show them to me!

5. Oktober 2011

Sie mich auch!

Category: Allgemein,Familie und Frauen — Tags: , , , , , , , – Robert Dönges @ 15:48

Sehr geehrter Herr Doenges,
heute schreibe ich Ihnen im Auftrag von Frau Krug, Abteilung Geschenke und Prämien. Sie hat mich gerade darauf hingewiesen, dass hier bereits seit einiger Zeit ein fantastischer Artikel bereit liegt. Es handelt sich um:
Ihr Dankeschön: die elegante Jacke WunderWarm

~~~~~~~~

Sehr geehrte Frau Aydt,
von Herzen Dank für Ihr freundliches Schreiben, das mich dieser Tage doch etwas überraschend erreicht hat. Ich hatte bisher keine Ahnung, dass wir uns kennen bzw. zwischen uns eine geschäftliche Beziehung besteht. Daher war mein erster Impuls nach Öffnen Ihres Briefes, diesen ungelesen in die Tonne zu stopfen. Doch dann streifte mein Blick flüchtig Ihre Botschaft – und ich konnte nicht mehr loslassen!

~~~~~~~~

Zusätzlich hatte ich Ihnen vor einigen Wochen, am 19. August 2011, den neuen Katalog mit außergewöhnlichen Angeboten zugeschickt.
Ja genau! Erinnern Sie sich Herr Doenges! Sie hatten die Chance, diese fantastische Jacke WunderWarm zu erhalten.
Aber ich habe bis heute daraufhin keine Antwort von Ihnen erhalten, es sei denn, unsere Post hat sich gekreuzt.

~~~~~~~~

Liebe Frau Aydt, das tut mir so leid. Im August weilte ich unvorsichtigerweise anlässlich eines Urlaubsaufenthalts im Ausland. Hätte ich geahnt, dass Sie mir schreiben, gar außergewöhnliche Angebote unterbreiten würden, nie wäre ich nach Kreta geflogen! Von daher konnte ich Ihnen gar nicht antworten, auch wenn sich die Vorstellung, unsere Briefe, wenn nicht gar wir, hätten uns gekreuzt… Verzeihen Sie meine Torheit!

~~~~~~~~

Und ich mache mir Sorgen, weil Sie vielleicht meinen Brief Mitte August nicht bekommen haben.
Es würde mir nicht gefallen, wenn Sie jetzt alle Ihre Vorteile verlieren, Herr Doenges!

~~~~~~~~

Ihre Zeilen berühren mich sehr, Frau Aydt. Mein tief empfundener Dank dafür.

~~~~~~~~

Deshalb ist es mir gelungen, eine außergewöhnliche Verlängerung Ihrer Rechte hinsichtlich dieses tollen Dankeschöns und Ihrer anderen Vorteile zu veranlassen.

~~~~~~~~

Dass Sie das für mich tun! Ich bin … sprachlos und weiß im Moment wirklich nicht, wie ich Ihnen danken soll, hochverehrte Frau Aydt!

~~~~~~~~

Also warten Sie nicht länger! Senden Sie Ihren gelben Coupon, die “Verlängerung Ihrer Anrechte”, mit Ihrer Anforderung zurück.
Nur so erhalten Sie Ihre Jacke WunderWarm. Versäumen Sie auch nicht das Superangebot: den passenden, schicken Schal in der Trendfarbe Beere.

~~~~~~~~

Ja, Verehrteste, das werde ich tun. So rasch wie möglich, ach was: gleich jetzt!!

~~~~~~~~

Wenn Sie Ihre Jacke WunderWarm und den passenden, schicken Schal nicht erhalten möchten, was ich mir nicht vorstellen kann, dann schicken Sie mir die Verzichtserklärung (den grauen Coupon) zurück. Dann werde ich veranlassen, dass eine andere Person Ihre Jacke WunderWarm und Ihre Vorteile bekommt.

~~~~~~~~

NEIN! Bitte, tun Sie das nicht, Frau Aydt! Ich gehorche! Ich will! Unbedingt! ICH WILL!

~~~~~~~~

Und zusätzlich können Sie bald den absoluten Kaffee-Genuss genießen!
Voll automatisch und traumhaft lecker!

~~~~~~~~

Äääh… Moment. Wieso Kaffee? Kaffee-Ge-was? Wie? Was hat denn…

~~~~~~~~

Gratis für die schnellsten Einsender: Einen Kaffeevollautomaten von Bosch!
Ja, es ist wirklich wahr, Sie erhalten einen Kaffeevollautomaten, wenn Sie einer unserer ernannten Gewinner sind!

~~~~~~~~

Oh.
Ach so…
Es gibt also auch noch … andere Gewinner. Außer mir.
Ihre Botschaft … hatte mir das Gefühl vermittelt, ich sei der einzige. Ausgewählt von Ihnen und Ihren zarten Händen… Dem ist ja dann wohl… nicht so?

~~~~~~~~

Ich hoffe, dass ich schnell Nachricht von Ihnen erhalte. Aber falls sich unsere Post gekreuzt hat, machen Sie sich keine Sorgen. Ihr Auftrag wird zweifellos mit Vorrang behandelt.

~~~~~~~~

Ich mache mir keine Sorgen, ich mache mir Gedanken. Etwa darüber, wie viele (vermutlich ältere) Ihrer Kunden auf dieses Schreiben reagieren werden. Darüber, wo meine persönliche Schamgrenze liegen würde, müsste ich als Marketingmensch solche Werbebriefe formulieren. Und darüber, wer sich eigentlich diesen bescheuerten Namen für diese billige Vollsynthetik-Jacke ausgedacht hat.

~~~~~~~~

Mit freundlichen Grüßen, Gudrun Aydt, Geschäftsleitung

~~~~~~~~

Sie mich auch. Ich empfehle mich. Robert Dönges, Gelegenheits-Blogger

Die Jacke WunderWarm: das Wunschobjekt (ohne Inhalt) Foto: 3pagen.de

Das Wunschobjekt: Die Jacke WunderWarm (ohne Inhalt) Foto: 3pagen.de