Natürlich lebt der Berlinale-Besucher nicht nur von der Berliner Luft und dargebotenen Kunst alleine. Zwischen den Filmen verlangt auch der Körper seinen Tribut. Doch beim Essen und Trinken sieht es zwischen Kino-Komplex, Hotel und Berlinale Palast tradtionell mau aus.
Mittendrin liegen die „Arkaden“, eine Einkaufspassage, die vor allem ausländischen Besuchern den Hunger aus dem Magen treibt. Zwischen fettiger Wurst, den üblichen amerikanischen Klopsbratereien und einem Steakhaus bringen sich Jounalisten auch oft nur mit dem Sandwich eines Kaffeehauses über den Tag. Vor allem für südländische Gäste eine echte Zumutung. Manche machen sich sogar ihre Stulle selbst. Gestern im Kino fing eine englischsprachige Kollegin an, ein Salamibrot zu mampfen – und das kann ein ganz schöner Angriff auf die Riechnerven sein.
Überhaupt die lieben Nachbarn im Kino. Liegt es am eigenen Alter oder an den vielen Filmen, die in schneller Abfolge eine Art Routine darstellen, über die hinaus die Umgebung intensiver wahr genommen wird?
Da wird während der Vorstellung versteckt, aber immer noch sichtbar mit hellem Bildschirm, das E-Mail-Postfach gecheckt. Oder mit dem Nachbarn der Film diskutiert. Es gibt auch die Rüberlehner, die englische Untertitel koreanischer Filme nicht lesen können und einem so nahe kommen, dass man jede Schuppe einzeln auf der Kopfhaut zählen kann. Und dann natürlich Nicht-ganz-so-gut-Riecher, die zu wenig vom Berliner Wasser abbekommen.
Das alles hat natürlich auch handfestere Folgen für die Gesundheit: Der Wechsel von Minusgraden vor und trockener bis warmer Luft in den Kinosälen treibt die Zahl Verschnupfter drastisch in die Höhe. Dazu kommt die Ansteckung untereinander. Je länger die Berlinale läuft, desto mehr wird neben, vor und hinter einem geschnieft und gerotzt. Kein Wunder bei der ungesunden vitaminlosen Ernährung.

Zweite Ebene in den Arkaden. Da gibt es (bzw. gab es letztes Jahr, und die Jahre davor), einen asiatischen Imbiss, der für 2€ einen gigantischen Teller gebratene Nudeln serviert. Bleibt natürlich Fastfood. Aber für mich Fastfood der besseren Sorte
Kommentar by Moritz — 14. Februar 2012 @ 18:00