28. Februar 2011

Bastion Omar

Category: Essen und Kochen,In Ulm und um Ulm — Tags: , , , – Robert Dönges @ 13:29

Das Cafe Omar in Ulm, am Schnittpunkt König-Wilhelm- und Friedenstraße, ist eine unter altgedienten Kollegen geschätzte Lokalität, in der man einst als Jungredakteur Schafkopf spielte, den Künstler gab und politische Diskussionen führte. Nicht umsonst eilt der Kneipe der Ruf voraus, die letzte Institution der Alt-68er in Ulm zu sein. Das muss man wissen, um zu verstehen, warum sich die Gaststätte in der Oststadt beharrlich der Moderne verweigert.

Um so mehr erstaunt daher, dass die Bastion über eine Adresse im World Wide Web verfügt – www.cafe-omar.de. Jedoch: Wer den Link anklickt, landet nicht bei der Speisenkarte der Schenke. Sondern am “Ende des Internets” – und liest ein paar finale Handlungsempfehlungen:

  • Öffnen Sie sich ein kaltes Bier.
  • Lehnen Sie sich zurück.
  • Gehen Sie nach draußen an die frische Luft.
  • Fangen Sie endlich an, die Bücher zu lesen, für die Sie nie die Zeit gefunden haben, sie zu lesen.
  • Bilden Sie sich weiter.
  • Essen Sie gesund.

All dem ist nicht zu widersprechen. Eine Übersicht über das Omar’sche Speisenangebot wäre dennoch hilfreich. Dann halt über diesen Weg: Das Essen mittags im Omar wird unter dem Oberbegriff “Supp’ Kultur” angeboten (und das zu durchaus sozialistischen Preisen). Montags bis Donnerstags gibt’s täglich wechselnd Suppe oder Eintopf, am Freitag Leberkäs mit Kartoffelsalat, ersatzweise Fleischküchle oder Weißwürste.

Nur WLAN, das gibt’s hier nie.

Das Café Omar in der König-Wilhelm-Straße 5

Das Café Omar in der König-Wilhelm-Straße 5

25. Februar 2011

Bio-Eis aus Muttermilch

Category: Essen und Kochen — Tags: , , , , , – Robert Dönges @ 13:29

Es gibt immer wieder Agenturmeldungen, die zutiefst verstören. Die folgende, gerade von dpa aus England gesendet, gehört dazu:

London – Eisbecher mit Ekelfaktor: Im Londoner Szene-Stadtteil Covent Garden verkauft ein Cafébetreiber Eiscreme aus Muttermilch. „Baby Gaga“ heißt der Cocktail – verfeinert mit Vanille aus Madagaskar und geriebener Zitronenschale. „Schmeckt wie ganz normales Joghurt-Eis“, sagen erste Testesser.

Das Café bietet das Dessert aus Muttermilch zum stolzen Preis von 14 Pfund (umgerechnet etwa 16,80 Euro) pro Becher an. 15 Frauen haben sich auf eine Zeitungsanzeige als Spenderinnen des Rohstoffes gemeldet. Die Milch werde nach den Kriterien von Blutspenden überwacht, sagt Café-Betreiber Matt O’Connor.

Victoria Hiley, eine der Milchspenderinnen, sieht nichts Schlimmes dabei, Eiscreme aus Muttermilch zu produzieren. Im Gegenteil: Sie sieht das Ganze als Werbeaktion an, die junge Mütter wieder mehr zum Stillen bewegen soll. Im übrigen gebe es für die Spende auch ein wenig Geld. 15 Pfund bekomme sie für einen Viertelliter. Für die 35-Jährige ist es insofern auch ein „Mittel gegen die Rezession“.

Londoner Café bietet Eiscreme aus Muttermilch - Foto: dpa

Londoner Café bietet Eiscreme aus Muttermilch - Foto: dpa

Die spinnen die Engländer, könnte man nun lapidar urteilen Doch in Wahrheit ist diese Bio-Milch eine Konsequenz der jahrelangen Versuche Jamie Olivers, seine Landsleute von traditionellen Spezialitäten wie Porridge, Fish’n Chips oder Braised Beef in Beer abzubringen. Von daher müssten erfahrene Besucher des Inselreichs die Eis-Offensive gutheißen. Doch die Verstörung bleibt.

21. Februar 2011

Sprachlos

Category: Journalismus und Internet — Tags: , , – Robert Dönges @ 16:01

Die Grusel-Storys von den Motorradfahrern, denen vor der roten Ampel die Maschine unterm Hintern weggeschossen wird, sind ja hinlänglich bekannt. Seit der Erfindung von digitaler Helmkamera, Internet und Youtube war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis der erste Unfall dieser Art in Bewegtbild und Ton dokumentiert wird. Und tatsächlich: Genau das ist jetzt irgendwo in den USA passiert.

Das Video dauert nur eine halbe Minute, beeinhaltet jedoch mehr Spannung als mancher Hollywood-Streifen. Man kann gar nicht anders, als sich den Clip mehrfach anzuschauen. Was dabei auffällt: Der Motorradfahrer gibt überhaupt keinen Laut. Weder Schreckensschrei noch Fluch. Vielleicht hat es ihm in dem Moment die Sprache verschlagen. Oder sein Dusel hat ihn verstummen lassen. So oder so: Es bleibt gruslig.

3. Februar 2011

darth VWader

Category: Familie und Frauen,Journalismus und Internet — Tags: , , , , – Robert Dönges @ 14:11

Ein klug gemachter Werbespot von Volkswagen geht gerade viral. Der Clip kombiniert die jugendlichen Star-Wars-Träume einer männlichen Zielgruppe mit deren heutigem Dasein als junge Väter. Die Kombination von Bild und Musik spricht (alte Erinnerungen) an, die Story ist zum Schmunzeln – eine echte Bewerbung für die Cannes-Rolle!