Vergangenes Wochenende, ein Supermarkt in Süddeutschland. Die zwei Mädchen, vielleicht 14, höchstens 16 Jahre alt, stehen flüsternd neben einer Kühltheke. Beide offenbar mit Migrationshintergrund, viel zu schwarz geschminkt, die langen Haare aufgedonnert, die eine kaut Fingernägel. Schicksen nennt man diese Spezies in Bad Cannstatt; gemeint als irgend etwas zwischen Chicken, schick und Schlampe. Die eine hat drei Flaschen Becks im Arm, die andere eine Flasche Ramazotti. Schließlich steuern sie auf einen Mann zu, deutlich über 60, keineswegs ungepflegt, der allein seinen Einkaufswagen durch die Gänge schiebt.
Dem Mann ist es zunächst sichtbar unangenehm, angesprochen zu werden. Er schüttelt den Kopf, will weiter, die Chicas reden auf ein, er sagt etwas, die Teenager gestikulieren, er bleibt doch stehen. Die drei verhandeln. Verstohlene Blicke in die Umgebung, ob sie jemand beobachtet. Dann stellen die Mädels die Bierflaschen und den Schnaps in den Einkaufswagen des Mannes.
Getrennten Weges geht es zu den Kassen.
Eine Viertelstunde später, der Gehweg hinter dem Supermarkt. Der ältere Mann und die zwei Jugendlichen stehen dicht beisammen. Flaschen wandern aus der einen in eine andere Plastiktüte und in die Hände des einen Mädchens. Geldscheine und Münzen werden gewechselt; schließlich kontrollieren die Schicksen sogar den Einkaufszettel.
Nach meiner leidvollen Erfahrung mit dem WeTab und der Abneigung gegen die unerträgliche Bevormundung der Firma Apple (iPad) habe ich mir prompt das Samsung Galaxy Tab bestellt, dass amazon.de gewohnt souverän innerhalb von 2 Tagen geliefert hat.
Erster Eindruck und Haptik
Der erste Eindruck des Gerätes nach dem “unboxing” hat mich sehr positiv überrascht: obwohl die Gehäuserückseite aus weißem Kunststoff besteht, liegt das 7″-Tablet gut in der Hand und wirkt äußerst wertig. Das verbaute 7″-Gorilla-Display mit der Auflösung 1024x600px sieht sexy aus, ist hell und lässt sich auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln sehr gut ablesen. Nichtsdestotrotz ist das IPS-Display des iPads noch ein Tick besser.
Dank seiner kompakten Größe und des geringen Gewichtes von 380 Gramm kann man es in eine Jackentasche stecken und mitnehmen. Der Größenvergleich offenbart, dass das iPad zwar das größere Display hat, aber mit 1024×768 Pixel Auflösung nur knapp vor dem Galaxy Tab mit 1024×600 Pixel liegt.
Der eigentliche Vorteil des Gerätes gegenüber dem iPad ist definitiv das verwendete Betriebssystem Android 2.2 (Froyo = Frozen Yogurt) von Google , das deutlich offener ist als das iOS von Apple und mehr Möglichkeiten zum Datenaustausch bietet. Dies äußerst sich beispielsweise darin, dass in Googles Market (analog Apple iTunes Store/AppStore) auch alternative Browser wie z.B. Opera Mobile angeboten werden und dass man das Galaxy Tab wie einen USB-Stick mit Daten befüllen kann.
Anwendungen
Mail-Accounts (privater imap-Zugang und Google Mail) waren ruckzuck aufgesetzt und es gab auch mit meinem selbstgebauten, self-signed X509-SSL-Server-Certificate keine Probleme. Beim iPad hatte ich deutlich länger für die Einrichtung gebraucht, da das iOS etwas zickig beim Umgang mit inoffiziellen SSL-Zertifikaten ist.
Da ich auf dem Desktop Linux nutze, war es ein Leichtes meine Lieblings-MP3-Sammlung (Sade, Billy Talent, Madina Lake, Halestorm, …) und Videos in unterschiedlichen Formaten (DVD-VOBs/MPEGs, MP4, FLV, AVI) per einfachem Drag’n'Drop im Dateimanager auf das Galaxy-Tab zu kopieren. Zugegebenerweise habe ich gar keinen Dateimanager verwendet, sondern rsync auf der Kommandozeile/bash.
Das Galaxy Tab ist ein wahrer Multimedia-Allesfresser.
Dem Internet-Live-Stream zur Schlichtung zu Stuttgart 21 konnte ich auf www.swp.de dank der Adobe-Flash-Ünterstützung problemlos folgen.
Prinzipiell ist das verwendete Betriebssystem Android 2.2 ja nur für Mobiltelefone und nicht für Tablets gedacht. Nichtsdestotrotz funktionieren die meisten Anwendungen auf dem schicken 7″-Display trotzdem ganz gut und vor allem flink!. Die Mail-Anwendung ist hier besonders zu loben: wenn man das Galaxy-Tab hochkant hält, sieht man entweder die E-Mail-Übersichtsliste oder eine E-Mail-Detailansicht. Kippt man das Gerät auf die Seite, so wird in einer linken schmalen Spalte die Übersichtsliste und in der rechten breiteren Spalte die Detailansicht dargestellt. Man kann allerdings auch die Detailansicht auf die ganze Breite ziehen und kann so bequem auch längere E-Mails lesen. Ich finde dies total angenehm und wirklich gut zu bedienen.
Vergrößern und verkleinern von Inhalten per Zwei-Finger-Gesten funktionieren in den meisten Anwendungen wie gewohnt und flüssig. Die CPU im Galaxy Tab taktet mit 1 GHz und ist mit der iPad-CPU durchaus vergleichbar.
Android-Anwendungen (Apps aus dem Google Android Market), bei denen das GUI nicht sauber programmiert ist, nutzen die Bildschirmgröße allerdings nicht aus und man sieht dann ringsherum einen schwarzen Rand (ähnlich wie bei der Nutzung von iPhone Apps auf dem iPad, wenn man nicht den 2x-Zoom verwendet, der die meisten iPhone-Apps auf dem iPad pixelig erscheinen lässt).
Samsung liefert die Office Productiviy Suite Think Free Mobile. Damit kann man Word, Excel, Powerpoint bearbeiten und PDF-Dokumente anschauen. Beim iPad geht dies ohne zusätzliche kostenpflichtige Software gar nicht.
Die eingebauten 16 GB Speicher reichen für die meisten Zwecke. Falls das wider Erwarten nicht reicht, erweitert man einfach den Speicher per SDHC-Karte.
Telefonfunktion und Kameras
Mit dem Galaxy Tab kann man natürlich auch telefonieren, wobei man das Gerät lieber nicht an das Ohr halten sollte, da es ansonsten wie ein überdimensionales Senioren-Handy wirkt.
Das Stereo-Headset erleichtert dann die Telefonie oder man nutzt alternativ die eingebauten Stereolautsprecher und das eingebaute Mikrofon als Freisprech-Telefonapparat.
Neben Voice-Telefonaten werden Videotelefonie und Skype unterstützt. Hierzu ist Gerät auf der Vorderseite eine 1,3 MP Kamera verbaut.
Die zweite integrierte Kamera (3,2 MP = 2048×1535 Pixel) sitzt auf der Rückseite und macht ganz passable Schnappschüsse. Der Clou dabei ist, dass man dann einen 7″ Großbild-Sucher hat.
Mit Bordmitteln oder den passenden Apps kann man Fotos bearbeiten, ablegen oder veröffentlichen. D.h. sofort twittern, auf Facebook teilen, in eine Dropbox legen oder per eingebauter Anwendungoder Photoshop Express oder PicSay Pro nachbearbeiten.
Weitere Anwendungen wie z.B. eReader oder Apps für Magazine und Tageszeitungen habe ich noch nicht ausführlich getestet und ich überlege eine Fortführung des Tests in Sachen “Mediennutzung mit dem Samsung Galaxy Tab”.
Internetworking & Handling
Einem Netbook ohne UMTS-Stick konnte ich per Wifi-Tethering die UTMS-Verbindung des Galaxy Tabs zur Verfügung stellen. Hier wird sogar das sichere WPA2-PSK unterstützt. Um eine gute Internet-Verbindung zu haben, kann man das Galaxy Tab auf’s Fensterbrett legen und im Wohnzimmer auf dem Netbook über das Galaxy Tab im Internet surfen: TOP!
Extrem cool ist auch, daß das Galaxy Tab sich – im Gegensatz zum iPad – deutlich mehr nach richtigem Computer anfühlt, d.h. man kann direkt auf dem eingebauten Speicher oder auf der eingelegten SDHC-Card Dateien und Ordneroperationen wie anlegen, umbenennen und löschen durchführen. Und vor allem auch im Browser Dateien down- und uploaden. Für jemanden, der mit Disketten, Dateien und Ordnern groß geworden ist, ist dies ein Paradies!
Das Thema Datensicherung hat Apple mit iTunes besser im Griff, da dort automatisch immer alle Daten und Programme gebackup’d werden. Bei Android sind die Adress-/Kontakt-Termin-Daten nur dann autonatisch gesichert, wenn man mit seinem Account die Google Dienste nutzt. Programme und andere Daten (Filme, Audio-Dateien, …) muss man separat, beispielsweise mit einer Backup-App oder dem Dateimanager auf eine SD-Karte sichern.
Im Lieferumfang des Galaxy Tabs ist ein kleines Getting-Startet Büchlein, ein 220V-Netzteil mit USB-/Ladekabel und ein Stereo-Headset, mit dem man auch telefonieren kann. Leider ist weder ein Mikrofasertuch, noch eine Tasche dabei. In diesem Punkt (unr NUR in diesem! hat das WeTab die Nase vorn.
Technische Daten
CPU: ARM Cortex A8
Hauptspeicher: 512 MB RAM
interner Flash-Speicher: 16 GB Flash
externer Flash-Speicher über SDHC-Speicherkarte
Display: 7″ Multitouch, 1024×600 Pixel
Akku: 4.000 mAh
WLAN 802.11a/b/g/n
UMTS (HSUP/HSDPA) , GSM (GPRS, EDGE)
Bluetooth 3.0
Kameras: 3,2 MP Autofocus mit LED-Blitz auf Rückseite und 1,3 MP auf Vorderseite
Gewicht: ca 380 Gramm
Betriebssystem: Google Android 2.2 (Froyo = Frozen Jogurt)
Fazit
Das Samsung Galaxy Tab ist toll, begeistert mich total und hat mit Android 2.2 ein gutes Tablet-Betriebssystem. Es hat definitiv das Potential den Tablet-Markt aufzurollen und wurde lt. Pressemitteilung schon seit Markteinführung Mitte Oktober über 600.000 mal verkauft. Das Geschäfts-iPad schalte ich seit einigen Tagen nur noch ein, wenn ich unsere Apps testen muss oder zum Rhythm Racer HD spielen. Die Features des Galaxy Tabs übertrumpfen das iPad um Längen – allerdings wirkt das auf wenige Dinge reduzierte iPad etwas wertiger und das Display ist besser Apple muss sich meiner Meinung nach – nicht nur wegen des Wintereinbruchs – extrem warm anziehen!
“Hart, aber fair” heißt eine ausgezeichnete Talksendung im Ersten mit Frank Plasberg. Mit “lehrreich, aber fade” könnte man die regelmäßigen Schlichtungsgespräche zu Stuttgart 21 mit Heiner Geißler beschreiben. Was allerdings die Gegenspieler des Bahn-Großprojekts aus einem Redebeitrag von Verkehrsministerin Tanja Gönner gemacht haben, verdient das Prädikat “fies, aber gut“. Das Video reiht sich ein in die Galerie missglückter Politiker-Statements à la Edmund Stoiber oder Günther Oettinger.
Heute wird in Deutschland der Tag der Suppe – na ja, “gefeiert” ist übertrieben, sagen wir: begangen. Es ist halt Tag der Suppe, initiiert vermutlich von einem Konsortium aus Maggi, Knorr, Carat und Co. – das sind die bekannten Hersteller, die im Supermarkt Suppenmarkt die langen Regale mit Tütensuppen bestücken.
Auf suppeninstitut.de – einer Internetseite, die im Auftrag der Industrie von einer Marketinggesellschaft in Bonn betrieben wird, findet sich die Behauptung, dass mit einem Verzehr von rund 100 Tellern pro Kopf und Jahr “Suppe wohl die beliebteste Mahlzeit in Deutschland” sei. Das mag vielleicht für den Rest der Republik zutreffen. Ist jedoch zumindest hier, im Lande von Linsen, Maultaschen, Kässpätzle und Döner, vehement zu bezweiflen.
Wie auch immer: Der anstehende Gedenktag hat die Online-Redaktion des Mutterschiffs dazu animiert, sich der Flüssignahrung im tiefen Teller assoziativ zu nähern. Herausgekommen ist ein kurzer, aber suppeguter Videoclip!
Speziell bei den multimedialen Medien haben Fotos meist einen hohen Symbolwert (oder sollten es zumindest haben). Doch was ist mit Symbolfotos?
Häh? Nix verstehen? Macht nix, geht mir häufig auch so…
Denn nicht immer muss ein Symbolfoto auch einen nachrichtlichen Wert haben – oder auch nur irgendeinen tieferen Sinn ergeben.
Nur so lässt sich die Symbolbild-Auswahl des Kölner Nachrichtensenders n-tv erklären. Nutzern der mobilen Seite wurde dort am Dienstagabend unter der unschuldigen Überschrift “Dax erreicht neues Jahreshoch” folgende Fotoauswahl angeboten:
Was genau jetzt der Leitindex der deutschen Wirtschaft mit zwei aufgetakelten und vermeintlichen Transsexuellen zu tun hat, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben…