28. September 2010

Schmuddelkram

Category: Allgemein — Tags: , , – Robert Dönges @ 13:51

In unserer kleinen, aber unbeabsichtigten Reihe “Rechtschreibung heute” kommentieren wir diesmal die Ein-Satz-Anzeige in einem Kleinanzeigen-Portal aus dem Internet, die nicht nur in der Orthographie, sondern auch in der Komma-Setzung derart intensive Probleme des Autoren offenbart, dass dieser sie gleich ganz weggelassen hat und deshalb liest sich sein Werbetext auch wie von einer automatischen Übersetzungsmaschine geschrieben, dabei nennt er doch seinen Namen am Ende des Beitrags, nämlich Gerd Baumeister aus Nürnberg, der (vermutlich selbst ernannte) “Happy Hour-Gerd”, und eine Warnung müssen wir hinterherschieben: Der Link zur Anzeige führt auf eine nicht unbedingt jugendfreie Seite, auf der es auch zur Darstellung von Nacktheit kommen kann, wir distanzieren uns hiermit ausdrücklich von diesem Schmuddelkram, Punkt.

Kompitens unds Seriösiedät zeichnen diesen Anbieter aus

Kompitens unds Seriösiedät zeichnen diesen Anbieter aus

27. September 2010

Online wirkt!

Category: Allgemein — Tags: , , – Robert Dönges @ 17:31

Ein Traum: der VW Karmann Ghia, Typ 14, als Cabriolet

Ein Traum: der VW Karmann Ghia, Typ 14, als Cabriolet

Wie jedes Kind mag auch ich Geschenke. Besonders die aus heiterem Himmel. Zuletzt so geschehen heute mittag, als plötzlich ein Päckchen auf meinem Schreibtisch lag.

Der Inhalt bezog sich auf den Blogbeitrag “Ganz schön dreist” vom 22. September. Ganz schön ungewöhnlich! Oder sollte ich, in Anlehnung an eine Kampagne des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger, besser sagen: Online wirkt?

Wie auch immer: Vielen Dank, Nitek! Ich mag Deine Art von Humor.

Und was die Farbe betrifft: Vielleicht lass’ ich den Wagen umlackieren. Förstergrün ist ja nicht elfenbeinweiß. Kennt vielleicht jemand ‘ne Tuningwerkstatt, die so was für umme macht? Ich meine das ernst…

WeTab – ein Erfahrungsbericht eines wechselwilligen iPad-Users und Apple-Hateboys

Als jahrzehntelanger (*sigh*) Unix/BSD/Linux-Fan, mehrmonatiger iPad-Benutzer und trotz schwerer Kommandozeilenabhängigkeit begeisterte mich die angekündigten Leistungsdaten und das offene System des WeTab der deutschen Firma Neofonie sehr, da damit der grausame iTunes-Zwang und das Monopol der Firma Apple auf Tablet-Computer zu enden schienen.
Die WeTab-Oberfläche nach dem Start des Gerätes
Ich habe deshalb das WeTab 16GB/Wifi bereits am 8. Mai 2010 kurz nach der Ankündigung bei Amazon vorbestellt und es am Donnerstag, den 23.9.2010 erhalten. Nach dem Auspacken fiel mir auf, dass neben dem WeTab sowohl eine kleine Stofftasche als auch ein Microfaser-Reinigungstuch mitgeliefert werden. Das machte schon mal einen guten Eindruck, da Touch-Geräte geschützt und regelmässig gereinigt werden müssen. IPad-User kennen dies bereits. :-)
Nach dem Einschalten und der Konfiguration der Wifi-Verbindung hat sich das WeTab selbstständig installliert bzw. aktualisiert. Bis hierher war alles TOP!
Als das Gerät nach ca 20 Minuten mit dem “Ich mach mich nur kurz frisch”-Vorgang fertig war, erkundete ich die Oberfläche und stellte rasch fest, dass das spiegelnde Display extrem blickwinkelabhängig ist. Legt man es auf den Tisch und schaut schräg auf das Display, kann man kaum etwas erkennen. Das sollte bei einem Gerät, das fast 500,- Euro kostet nicht passieren, zumal es Netbooks mit vergleichbarer Technik (Intel N450, 1 GB RAM, 16 GB SSD) schon ab 350,- Euro gibt.
Hier meine Erfahrungen nach 3 Tagen Nutzung
Multimedia-Fähigkeit
  • Youtube-Videos und MKV-Dateien werden zwar abgespielt, aber HD-Material (720p) ruckelt und wird nicht flüssig wiedergegebenFotos können bequem angeschaut werden. Es gibt auch einen Diashow-Modus.
  • MP3-Sounddateien werden problemlos (auch im Hintergrund) abgespielt
  • Das Tagesschau-Video-Widget, das die “Tagesschau in 100 Sekunden” direkt auf der Pinnwand abspielt, macht richtig Laune
  • Die Mediengalerie (Foto-Viewer/Diashow, Filme) sieht zwar nett aus, stellt aber Videos mit Vorschaubildchen als “corrupt” dar.
  • Der Banshee-(Musik)-Player (V1.7) funktioniert wie gewohnt
  • Die WebCam funktioniert, aber was man ausser Standbilder schiessen damit machen kann, ist noch unklar.

Anwendungen

  • Der installierte Dateimanager (Filebrowser) ist sehr minimalistisch. Man hat nur eine Symbol-, aber keine Listendarstellung und man kann auch keine Dateien/Ordner umbenennen. Ein Midnight-Commander oder Gnome-Nautilus würde die Produktivität deutlich erhöhen.
  • Multitasking funktioniert wunderbar und man kann sehr schnell zwischen Anwendungen hin- und herschalten.
  • Die Pinnwand ist nett, wird aber leicht unübersichtlich und überladen
  • Die meisten “Apps” im WeTab-Market sind nur Lesezeichen, die man auf den Desktop legt und keine “Native Apps”. Echte “News-Apps” für das angekündigte “Medienwunder wie auf dem iPad (z.B. Welt-App oder Flipboard) gibt es derzeit (noch) nicht. Das Neofonie-WeMagazine konnte ich nicht entdecken.
  • Internet-Surfing ist klasse, auch geflashte” Webseiten funktionieren prima
  • Claws-Mail funktioniert im Zusammenspiel mit meinem IMAP-Server mit self-signed-X509-Zertifikat überhaupt nicht und stürzt bereits beim Start ab. Wieso gibt’s keinen Thunderbird?
  • Android-Apps stehen (noch) nicht zur Verfügung. Anscheinend soll Android 2.2 (Froyo) in einer virtualisierten Umgebung noch folgen…Das WeTab zeigt auch Webseiten an, die Flash-Applets enthalten
Handling
  • Multitouch funktioniert (noch) nicht, d.h. ausser tippen und ziehen gibt’s noch keine weiteren Gesten
  • Angeschlossene USB-Geräte (z.B. Kartenleser mit CF-Karte, USB-Stick, Kamera) werden erkannt und man kann auf die Daten zugreifen
  • Viele Anwendungen (z.B. Banshee-Musikplayer, OpenOffice) sind nicht für Touch-Screens optimiert, d.h. man muss millimetergenau auf die Schaltflächen/Menüs tippen, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.
  • Bootzeit aus dem ausgeschalteten Zustand ~25 Sekunden, aus dem Standby < 3 Sekunden
  • Die RootShell funktioniert wunderbar. Nachdem openssh und rsync per sudo yum install openssh-server rsync auf dem WeTab installiert ist, klappt die Befüllung mit Daten problemlos.
  • Die Bildschirmtastatur ist schön groß und es gibt sogar einen Slash! (Nein, nicht DER! :-)
  • Per “yum” kann man weitere Software-Pakete nachladen, die aber nicht auf der Oberfläche/Pinnwand erscheinen. Ich habe die Bildbearbeitung gimp und thunderbird installiert und konnte diese dann über die Kommandozeile starten.
  • Es gibt keinen Schalter, mit dem ein versehentliches Drehen des Bildschirms verhindern werden kann. Dies führt dazu, dass je nach Haltung das Display einfach wegkippt und man gegensteuern muss. Desweiteren ist die Drehung des Bildschirminhalts beim Kippen/Bewegen des Gerätes nicht so elegant wie beim iPad. Beim WeTab wird der Bildschirm kurz schwarz und erst danach sieht man den gedrehten Bildschirminhalt.
  • Es gibt keinen Lautstärkeregler am Gerät – that’s really bad!
  • Das Netzteil hat einen richtigen EIN/AUS-Schalter. Das ist SUPER!
Security
  • Das WeTab ist NICHT mehrbenutzerfähig (wie das iPad). Da (zumindestes bei meinem Wifi-only-Modell) kein Passwort/PIN für die Nutzung erforderlich ist, kann jeder auf persönliche Daten zugreifen, der das WeTab in den Händen hält. Ich würde dem WeTab deshalb eigentlich keine persönlichen und sensitiven Daten anvertrauen.
  • Ich habe keine Möglichkeit gefunden, dass Gerät in den Auslieferungszustand zurückzuversetzen.
  • Ein Portscanner (nmap) hat offene TCP-Ports gefunden: DNS (53), ipp/Printing (631), X-Windows/X11 (6000). Dies sollte auf einem Linux-basierten System nicht sein. Schliesslich gibt’s ja iptables/Netfilter out-of-the-box.Hier erhält der Benutzer einige Infos und kann einige wenige Dinge anpassen.
  • Zur Datensicherheit gehört auch ein Backup-Konzept für die Datensicherung und das Wiederherstellen von Daten. Hier muss man neidvoll anerkennen, dass dies iTunes vorbildlich löst. Beim WeTab muss man selbst dafür Sorge tragen, regelmässig daran denken und auch noch händisch machen, indem man beispielsweise per Filebrowser die Daten auf eine SD-Karte oder eine USB-Platte sichert.
Hardware
  • Das WeTab 16GB-Wifi ist mit 1005 Gramm deutlich schwerer als mein iPad-32GB-UMTS mit 715 Gramm.
  • Das Display hat die perfekte Größe (1366×768 Pixel, quasi HD-ready), aber durch die starke Blickwinkelabhängikeit ist es für mich nicht vernünftig nutzbar.
  • Der verbaute Lüfter läuft häufig, sein (leises) Geräusch empfinde ich nicht als störend.
  • In meinem WeTab kommt eine SanDisk pSSD S2 16GB zum Einsatz
  • Batterielaufzeit: vermutlich irgendwas zwischen 3 und 6 Stunden, abhängig vom Nutzungsprofil. Gefühlt waren es ca 4 Stunden.
Das offene Konzept des Gerätes und die Idee finde ich nach wie vor fantastisch, aber es gibt noch so viele offene Punkte und grobe Fehler, die für mich eindeutig zur Abwertung des WeTab führen. Ich werde es deshalb wieder zurückschicken und auf eine bessere Alternative warten. Vielleicht ist das angekündige und Android basierte Samsung Galaxy Tab eine Alternative zum iPad.
Für die angepeilte Zielgruppe “Otto-Normaluser” ist das Gerät meiner Meinung nach derzeit so gut wie nicht brauchbar.


Die englische Version von OpenOffice lässt sich etwas schwierig bedienen, da die Schaltflächen/Menüs nicht für Touch-Bedienung ausgelegt sind.
Derzeit stehen nur wenige Programme im Market zur Verfügung. Meist sind es keine Native-Apps, sondern nur Links auf Webseiten.



Hier noch ein Test der Kollegen von PCWELT

22. September 2010

Ganz schön dreist!

Category: Allgemein — Tags: , , , , – Robert Dönges @ 18:17


Unter den heutigen Kleinanzeigen in der gedruckten SÜDWEST PRESSE findet sich ein nachahmenswerter Weg, sein Verdienst durch Zusatzeinnahmen in ungeahnter Größenordnung aufzustocken. Ein dreister Zeitgenosse mit Göppinger Telefonnummer bittet einfach darum, ihm Altgeld zu schenken. Aber erst nach 11 Uhr anrufen!

Ganz schön ausgeschlafen.

Dem verheißungsvollen Beispiel folgend, ersuche ich hiermit höflichst um die Zusendung eines VW Karmann Ghia Cabriolet, möglichst in elfenbeinweiß. Falls einer eines übrig hat. Ich meine das ernst. Gerne auch ohne Schmuckverpackung bitte an:

Robert Dönges
Frauenstraße 77
89073 Ulm

Im Voraus vielen Dank.

21. September 2010

Abenteuer Seefahr’n

Category: Allgemein — Tags: , , , , , , , – Robert Dönges @ 14:49

Echtes Wasser. Echtes Wetter. Echte Yachten. Echte Wettfahrten! (Foto: rod)

Echtes Wasser. Echtes Wetter. Echte Yachten. Echte Wettfahrten! (Foto: rod)

DIE AUFGABE

Sieben Crews verschiedener Medienhäuser, bestehend aus je einem erfahrenen Skipper und ausgelosten Lesern, Hörern oder Usern, haben sich vergangenen Sonntag auf dem Bodensee ein erfrischendes Segelrennen geliefert. Der Herausforderung Medien-Cup, der zum zweiten Mal im Rahmen der Messe Interboot in Friedrichshafen organisiert wurde, stellten sich auch die Teams von SÜDWEST PRESSE und swp.de.


Team I – SÜDWEST PRESSE (PRINT)

Die Besatzung:

Skipper Michael, drei Leserinnen, drei Leser, Redakteur Robert. Vier der Acht an Bord haben einen Segelschein, die anderen vier keinen Schimmer vom Seefahr’n.

Die Strategie:

Mit der geballten Kompetenz der Crew und der Erfahrung des ehrgeizigen Skippers Michael sollte die Verteidigung des Vorjahrestitels eine Erholungsfahrt werden.

Das ausschlaggebende Moment:

Derweil sich die vier Landratten, darunter der Redakteur, an den Winschen einen Muskelkater kurbeln, diskutiert der Rest der hochsee-erfahrenen Besatzung die Befehle des Skippers auf ihre Bedeutung, Richtigkeit und Notwendigkeit hin aus. Die Konkurrenz rauscht dabei back- und steuerbord an uns vorbei.

Echte, seemänische Schwerarbeit: Der Autor beim Check der Vorschott (Foto: Dana)

Echte, seemänische Schwerarbeit: Der Autor beim Check der Vorschott (Foto: Dana)

Der Erfolg:

Das Boot legt die mit Abstand besten Wenden und Halsen hin und überquert bei vier der sechs Rennen die Startlinie aus der Pole Position. Hintenraus läuft’s leider nicht ganz so gut (siehe vorheriger Absatz,”Ausschlaggebendes Moment”, Unterpunkt: “Debatten”). Gemeinsam mit dem “Reutlinger General-Anzeiger” reicht es letzlich nur zu Platz fünf. Immerhin haben wir noch die “Westallgäuer” hinter uns gelassen…


Team II – SWP.DE (ONLINE)

Die Besatzung:

Skipper Michi, fünf Leser, keiner jünger als 30 40 45 (geschätzt), Volontärin Dana (26). Außer Michi verfügt lediglich ein Mann der Besatzung über seglerische Vorerfahrungen.

Die Strategie:

Dana erobert die Herzen ihrer Crew im Sturm, in dem sie die Altmännerrunde sofort und konsequent mit “meine Jungs” anspricht. Fortan folgen die Herren aufs Wort.

Das ausschlaggebende Moment:

Bei zwei Durchgängen lassen die Jungs die gebürtige Hamburgerin Dana ans Ruder. Die Deern, stilsicher in Rock, Strickhaube und Schwimmweste gewandet, steuert ihr Schiff daraufhin souverän als Erste ins Ziel. Ob sich sein Sicherheitsarm, den Skipper Michi an Danas Hüfte entlang anlegt, positiv auf den Rennverlauf auswirkt, ist unklar.

Der Erfolg:

In sechs Wettfahrten passieren die Newcomer je zwei Mal als Erste und Zweite die imaginäre Ziellinie. Letztlich reicht es nicht ganz zum Sieg; das Team platziert sich hinter der “Thurgauer Zeitung” (Schweiz) als beste deutsche Equipe auf Rang zwei.

Nur echt mit Strickmütze und Schwimmweste am Steuer: Kollegin Dana

Nur echt mit Strickmütze und Schwimmweste am Steuer: Kollegin Dana

Ein paar Impressionen vom Tag auf dem See finden sich unter: www.swp.de/bilder